Zimmerkultur oder Pflanzenvitrine

Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: Hans Hans Braxmeier / Neu-Ulm / Deutschland
Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: Hans Hans Braxmeier / Neu-Ulm / Deutschland

Eine doch recht einfache Möglichkeit seine Karnivoren zu Hause zu halten, ist ganz einfach die Zimmerkultur. Da die allermeisten Karnivoren allerdings doch recht licht-hungrig sind, so eignet sich bei der Haltung besonders ein nach Süden gelegenes Fenster. Nun kann man aber diese Pflanzen nicht so einfach auf die Fensterbank stellen, wie man es von anderen Zimmerpflanzen her gewöhnt ist. Fast alle Karnivoren benötigen zum Gedeihen eine doch etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit. Dies kann man am besten erreichen, in dem man die Karnivoren in ein Behältnis aus Glas oder durchsichtigen Kunststoff stellt. Sehr wichtig dabei ist es vor allen Dingen, dass die Seitenwände des Behältnisses immer deutlich höher als die Pflanzen selbst sind. Will man zum Beispiel nun einmal, mehrere Pflanzen mit den gleichen Ansprüchen und Bedingungen, gemeinsam kultivieren, so bietet sich hierfür durchaus ein Aquarium ohne Abdeckung an. Damit allerdings hierbei die Seitenwände immer ausreichend hoch sind, so sollte man tunlichst darauf achten, dass das Becken mindestens eine Länge von 60 cm oder größer aufweist (z.B. 60cm x 30cm x 30 cm). Will man jetzt möglichst einfach viele Pflanzen sammeln, so stellt man gerade so viele Pflanzen mit dem Topf in das Becken, wie eben hinein passen. Allerdings ist das eine Frage des Geschmackes. Füllt man anschließend das Becken etwa 2 cm – 3 cm hoch mit Regenwasser oder destilliertem Wasser auf, so bildet sich von ganz alleine eine Luftfeuchtigkeit von ca. 50%. Das ist vor allem für die temperiert zu haltende Arten im allgemeinen völlig ausreichend. Möchte man aber gerne tropische Arten kultivieren und pflegen, so muss das Becken unbedingt mindestens zu zwei Dritteln mit einer Glasscheibe abgedeckt werden. Fallbeispiel: Für ein ca. 80 cm langes Becken benötigt man eine ca. 60 cm lange Glasscheibe mit gleicher Breite des Aquariums. Diese legt man nun mittig auf das Aquarium, so dass auf beiden Seiten eine Öffnung von ca. 10 cm für die Belüftung der Anlage verbleibt. Hierdurch bildet sich jetzt eine Luftfeuchtigkeit von gut und gerne 70%, was für die meisten tropische Arten sehr gut ausreichend ist. Tropische Arten benötigen allerdings in den Wintermonaten eine sehr gute Zusatzbeleuchtung und insbesondere Nepenthes werden auch für ein großes Becken sehr schnell zu hoch. Wenn man allerdings dauerhaft vor hat, Nepenthes zu kultivieren, so benötigt man schon eher ein großes und auch recht hochwertiges Gewächshaus. Winterharte Arten wiederum, sind für die Zimmerkultur als völlig ungeeignet anzusehen, da diese eine unbedingte Winterruhe benötigen. Dabei müssen diese Pflanzen in der Ruhephase auf jeden Fall unter 10°C gehalten werden, was wohl im Wohnraum, möchte man nicht frieren, natürlich undenkbar ist. Sollte das Pflanzenbecken aber ein Blickfang für den Besucher sein und vor allem schön gestaltet aussehen, so stellt man die Pflanzen nicht einfach nur so in das Aquarium hinein, sondern man gestaltet es wie eine kleine Landschaft aus. In ein ca. 60 cm langes Becken passen in etwa 8 Pflanzen, in ein 80 cm langes Becken schon bis zu 12 Pflanzen und in ein 100 cm langes Becken sehr gut bis zu 20 Pflanzen. Ab einer Beckenlänge von etwa 80 cm, kann man auch mit Hilfe von Baumwurzeln oder Steinen eine etwas erhöhte Ebene schaffen, was vor allem optisch beim Endresultat besonders gut aussieht.


Aufstellung der Anlage

Die richtige Positionierung der Anlage für den Betrachter

Die richtige Aufstellung der Pflanzenanlage, sprich eines Terrariums oder Aquariums spielt natürlich eine sehr große Rolle. Schließlich will man ja auch seine pflanzlichen oder tierischen Schätze in bequemer Sitzhaltung betrachten können oder man muss an der Anlage irgendeine Arbeit verrichten. Daher ist es vorab immer absolut notwendig, gewisse Regeln bei der Aufstellung der neuen Anlage zu beachten. Man muss sich darüber klar sein, ob man die Anlage so aufstellt, dass sie im Stehen zu bewundern ist, oder ob man sie eher im Sitzen betrachten möchte. (Siehe Bild). Ein kleiner wichtiger Tipp noch am Rande: Sämtliche Vollglas-Aquarien oder Glas-Terrarien stelle ich immer auf eine Isoliermatte (Campingmatte) oder Schaumgummi Matte. Das gleicht kleinere Unebenheiten zwischen dem Beckenboden und dem Unterschrank aus. Unebenheiten können immer zu Spannungen und dadurch zum Bruch des Glases führen. Bei Becken mit einem Rahmen braucht man keine Unterlage zwischen Becken und Unterschrank, denn diese liegen ja gar nicht mit dem Glasboden auf dem Untergrund auf, sondern sie sitzen ja in einem Rahmen. Hierbei wäre eine Unterlage geradezu kontraproduktiv.


Abdeckung der Anlage

Wichtig bei Karnivoren im Terrarium ist generell ein guter Luftaustausch, damit es nicht zu Schimmelprozessen in der Anlage kommt. Man sollte das Becken immer soweit schließen wie es nötig ist, aber auch so weit offen halten, wie eben möglich. Im Klartext heißt das, dass man in vielen Fällen immer eine Gratwanderung im Bezug auf die im Becken herrschenden Parameter gehen muss. (Siehe Skizzen)

Modell 1
Modell 1
Modell 2
Modell 2

Landschaftsterrarium Karnivoren

Neues Terrarium und Einrichtungen für meine Karnivoren. Es ist noch recht viel Platz zwischen den Pflanzen vorhanden aber der wächst mit der Zeit sehr schnell zu. Also immer auf genügend Pflanzenabstand beim Einsetzen achten.