Technik & Beleuchtung

Technik und Beleuchtung im Aqua-Terrarium für Kaloula pulchra

Ein Blick auf einen Teil der Uferzone meines Aqua-Terrariums © Thomas Kreuter
Ein Blick auf einen Teil der Uferzone meines Aqua-Terrariums © Thomas Kreuter

Die Temperaturen im Aqua-Terrarium für Indische Ochsenfrösche können je nach der Herkunft der Tiere leicht variieren. [Haltungsparameter siehe unter: Indischer Ochsenfrosch (Kaloula pulchra)]. Daher sollte man die Tiere die erste Zeit sehr gut beobachen um die Haltungsparameter, so genau als nur möglich, einzustellen oder zu korrigieren. Auf eine sehr gute Luftzirkulation und Belüftung ist in der Anlage zu achten, denn die Tiere mögen keine Stauluft. Es empfiehlt daher durchaus, eine Zwangsbelüftung mit einer kleinen Membranpumpe im Aqua-Terrarium einzubauen. Als recht gute Beleuchtung sind vor allem Tageslicht-Leuchtstoffröhren mit geringem UV-Anteil geeignet. Über den UV-Anteil bei nachtaktiven Tieren kann man natürlich streiten, jedoch verwende ich solche Röhren generell seit Jahren, zumal ich noch keine negativen Erkenntisse dadurch erlangt habe, im Gegenteil, die Tiere sind recht munter und vital. Auch hierbei kann man gerne auf die sehr guten NARVA Vollspektrum-Röhren oder auch NARVA BioVital-Röhren zurückgreifen. Ein Reflektor ist bei der Beleuchtung des Terrariums sehr sinnvoll. Für die Indischen Ochsenfrösche darf das Licht nicht zu grell sein, das lieben diese Tiere überhaupt nicht. Jedoch muss man diesbezüglich einen verträglichen Kompromiss schließen, um auch ein gutes Pflanzenwachstum zu erreichen, welches für die Tiere auch von Vorteil ist, gerade im Bezug auf die so entstehenden oder noch besser gesagt, wachsenden Versteckmöglichkeiten. Dazu kommt natürlich auch der unbestreitbare Vorteil, je mehr Pflanzen, desto besser und vor allem stabiler sind die Luftfeuchtigkeitswerte und damit auch das gesamte Terrarienklima. Sozusagen bekommen die Tiere den Schatten durch eine üppige Bepflanzung geliefert. Zarte und kleine Pflänzchen sollte man aber möglichst vermeiden, da diese kleinen Rabauken bei ihrer nächtlichen Futtersuche und ihren grabenden Tätigkeiten, diese mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit planieren oder unterackern werden. Also, immer robustere Pflanzen für das Terrarium wählen.

Der Wasserteil wurde nachträglich geändert. Statt eines eingeklebten Wasserteils wurde jetzt eine Hobby Badeschale,  29 x 22 x 9 cm eingefügt. Dies geschah aus Gründen der Hygiene, da  der Wasserteil  somit leichter zu reinigen ist.   © Th.  Kreuter
Der Wasserteil wurde nachträglich geändert. Statt eines eingeklebten Wasserteils wurde jetzt eine Hobby Badeschale, 29 x 22 x 9 cm eingefügt. Dies geschah aus Gründen der Hygiene, da der Wasserteil somit leichter zu reinigen ist. © Th. Kreuter

Eine Beheizung des Aqua-Terrariums, falls die Temperatur durch die entsprechende Beleuchtung wirklich nicht ausreichen sollte, kann durch einen kleinen aber nicht zu starken Spotstrahler realisiert werden (z.B. einen Sonnenplatz: Abendsonne bzw. Morgensonne) oder auch durch eine von außen angebrachte ultraflache Heizmatte (Firma Dragon) an einem Seitenteil oder an der Rückwand des Terrariums. Bitte aber nicht die gesamte Fläche beheizen, lediglich nur einen kleinen Teil davon und die Matte keinesfalls im inneren des Terrariums platzieren, sondern außen. Nachts wird diese Heizung allerdings auch ausgestellt. Für den Wasserteil in der Anlage eignet sich ein ganz normaler und regelbarer Aquarienheizstab, wobei im allgemeinen die Temperatur des Wassers in einem kleinen Aqua-Terrarium durch die Umgebungstemperatur der Luft ausreichend aufgewärmt wird. Eine Überhitzung der Anlage gerade im Sommer, muss bei den Tieren allerdings immer konsequent vermieden werden. Gerade der Einsatz von LED Technik hat sich gut bewährt, da die LED´s kaum Wärmeabstrahlung haben, die die Temperatur der Anlage recht kräftig nach oben treiben kann. Die Beleuchtung meiner Anlage besteht aus einem LED-Strahler 5,5 Watt 3000K (warmweiß), einer LED Kerze 5,4 Watt 4000K (neutralweiß), einer 1,5 Watt LED Birne mit 6500K (tageslichtweiß) und zwei Leuchtstoffröhren Narva 18 Watt/958 Bio Vital 5800K (tageslichtweiß) mit Reflektoren, bei einer Anlagengröße von 80 cm x 35 cm x 45 cm. Allerdings ist es natürlich möglich, dass bei anderen Anlagen auch andere Watt-Werte eingesetzt werden müssen. Standort, Zimmertemperatur usw. spielen hierbei eine beträchtliche Rolle. Somit kann die Beleuchtung eines Beckens also durchaus individuell verschieden ausfallen. Beleuchtungszeit in meiner Anlage: Die 1,5 Watt LED Birne 6500K von 8.40 Uhr bis 9.01 Uhr, von 13.00 bis 17.00 Uhr, von 20.59 Uhr bis 21.20 Uhr, der Rest der Beleuchtung startet um 9.00 Uhr und schaltet um 21.00 Uhr aus. Somit simuliere ich eine Morgendämmerung, eine Erhöhung der Beleuchtung in der Mittagszeit, denn in den Tropen ist die Helligkeit und Sonnenstrahlung mittags auch wesentlich intensiver, so wie auch eine kurze Abenddämmerung. Die Beleuchtung in der Anlage wird auch nicht auf Sommerzeit angepasst, sondern behält ganzjährig immer ihre normale aktuelle Zeit. Zur Steuerung verwende ich nur digitale Zeitschaltuhren. Tiere kommen generell mit einer Umstellung auf die Sommerzeit nicht gut zurecht. Auch die Pflanzen quittieren eine Umstellung meist mit einer Wachstumsstockung. Der Pflanzenwuchs in der Anlage ist ausgezeichnet, sogar die Tillandsien blühen und eine Kannenpflanze, ein Nepentes Hybrid "Bloody Mary", strotzt nur so vor Wachstum und bildet immer mehr neue Kannen aus. So verhält es sich auch mit den Moosen und der Bepflanzung im Wasserteil.

Zwei der kleinen Rabauken in meinem Aqua-Terrarium in der Nacht. © Th. Kreuter
Zwei der kleinen Rabauken in meinem Aqua-Terrarium in der Nacht. © Th. Kreuter

Da Kaloula pulchra  überwiegend dämmerungsaktiv und nachtaktiv ist, so ist es natürlich sehr schwer diese Tiere in ihrer Aktivitätsphase zu beobachten. Man sollte sich daher bei diesen Tieren auch immer klar vor Augen führen, dass sie nachts keine sehr hellen Lichter im Punkt Beobachtung mögen. Aus diesem Grund heraus, sollte man auch nicht jede Nacht zu Beobachtungszwecken mit einer hellen Taschenlampe in den gut bepflanzten nächtlichen Dickicht hineinleuchten. Das mögen diese Tiere absolut nicht und es würde sie auf Dauer nur unnötig stressen. Zur Beobachtung sollte man daher eher ein schwaches Mondlicht verwenden. So vermeidet man vor allem großen Stress für die Tiere und kann sie mithilfe dieses kleinen Mondlichtes sehr gut im Aqua-Terrarium beobachten. Auch die Fütterung sollte generell immer am Abend oder in der Nacht vorgenommen werden. Zum Thema Mondlicht finden Sie einige Informationen unter dem Menüpunkt,  Sonstiges und Basteleien.


Zum Thema Heizmatten finden sie auch einiges unter dem Menüpunkt: Die Terrarientypen

Geeignete Pflanzen für die Einrichtung des Terrariums wie z.B. Farne, Tillansien, Moose usw. finden Sie unter dem Menüpunkt Begleitpflanzen-Karnivoren & Moorbeet.