Drainage im Aqua-Terrarium, Rivarium oder Riparium

Erklärung und Skizze für den Aufbau des Bodengrundes und der Drainage in Aqua-Terrarien, Rivarien oder Riparien

Die Skizze zum Vergrößern bitte einfach anklicken  ©Thomas Kreuter
Die Skizze zum Vergrößern bitte einfach anklicken ©Thomas Kreuter

Fast jeder kennt das Problem, dass in einem Aqua-Terrarium, Rivarium oder Riparium mit der Zeit der Boden versumpfen kann. Zuviel gießen oder sprühen ist meistens die Ursache dafür oder auch Pflanzen und Moose, die so mit der Zeit ganz gerne in den Wasserteil hineinwachsen und diesen leer saugen. Hat man von vornherein keine vernünftige Drainage angelegt, so bleibt nur die Möglichkeit, alles komplett auszuräumen. Daher ist eine gute Drainage sehr wichtig, auch für die Tiere, die ja nicht immer mit nassen Füßen herumlaufen wollen. In meinen Anlagen habe ich mich daher für ein System entschieden, welches bei mir seit Jahren tadellos funktioniert und mit dem man auch ohne einen an der Seite liegenden separaten Wasserablauf für gute und vor allem etwas trockenere Verhältnisse sorgen kann. Ein kleines stabiles Kunststoffgefäß welches mit der offenen Seite auf dem Boden aufsitzt und dem im unteren Teil kurz vor der Aufsitzfläche noch ein paar kleine Löcher zugefügt wurden, leistet dabei gute Dienste. Im oberen Bereich des Kunststoffgefäßes, wird in eine pass genaue Bohrung, noch ein Kunststoffrohr gesteckt und dieses mit Aquarien-Silikon befestigt. Diese Rohr reicht auch knapp bis zum Boden der Anlage hinunter. Der nach oben stehende Teil des Rohrs wird in der Höhe abgeschnitten, wo später die Substratschicht endet. Es wird mit einem Pfropfen oder einer kleinen Kappe abgedeckt, damit nichts hineinfallen kann. In das Rohr muss später ein Luftschlauch bis zum Boden (Aufsitzfläche Kunststoffgefäß) gesteckt werden können. Mit diesem kann man dann überschüssiges Wasser bei Bedarf schnell und einfach absaugen. Das Kunststoffgefäß in dem das Rohr steckt, dient dazu, dass keine Steine oder Fremdkörper in diesen inneren Bereich gelangen können, welche dann beim beim Absaugen zu Verstopfungen des Luftschlauches führen. Den Pfropfen oder Deckel im oberen Rohrstück setzt man nach dem Absaugen einfach wieder auf das Rohr und kaschiert ihn mit einem Stein, einer kleinen Wurzel oder Rindenmulch. Bei Bedarf kann man an dieser Stelle immer wieder Wasser absaugen. (Siehe Skizze oben)


Mondlicht im Terrarium

Informationen und Tipps für die richtige Auswahl von Mondlicht im Terrarium

Mein Aquaterrarium für "Indische Ochsenfrösche" (Tagansicht) © Th. Kreuter
Mein Aquaterrarium für "Indische Ochsenfrösche" (Tagansicht) © Th. Kreuter

Da viele Tier nachtaktiv sind so kann man auch gerne ein ganz kleines Mondlicht einbauen, um seine nachtaktiven Schützlinge besser beobachten zu können. Hierbei gibt es aber einiges gut zu beachten. Der Mond reflektiert das Sonnenlicht auf die Erdoberfläche. Dadurch ist das Spektrum des Mondlichtes natürlich dem Spektrum des normalen Sonnenlichts recht ähnlich. Jedoch werden dabei die kürzeren Wellenlängen im Wesentlichen recht stark abgeschwächt. Die normale Farbtemperatur des Mondlichtes beträgt so in etwa 4120 Kelvin bis ca. 4500 Kelvin. Spektralmessungen und recht genaue Analysen von Mondlicht zeigen deutlich, dass das Mondlicht gelblich-weiß ist, und nicht etwa blau, wie uns gerne von den Herstellern von Mondlichtern suggeriert wird. Gerade das blaue Licht steuert beim Menschen, aber auch bei anderen Lebewesen, den Tag-Nacht-Rhythmus (Melatoninunterdrückung). Nachtaktive Tiere haben ein sehr gutes Farbensehen, auch bei geringer Helligkeit. Während das menschliche Auge in der Dunkelheit keine Farben mehr zu unterscheiden vermag, so schafft das ein nachtaktives Tier recht mühelos. Mit einer blauen Beleuchtung wird aber das Farbensehen des Tieres völlig verhindert, weil eben nur eine einzige Farbe, eben das Blau, zur Verfügung gestellt wird. Wenn man daher ein Terrarium nachts beleuchten möchte, so sollte immer einem stark gedimmten weißen Licht der Vorzug gegeben werden. [Farbtemperatur - Definition und Maßeinheit]. Um die nachfolgenden Bilder zu vergrößern bitte  einfach auf das Bild klicken.

Mondlicht in meinem Aqua-Terrarium © Th. Kreuter
Mondlicht in meinem Aqua-Terrarium © Th. Kreuter
Mondlicht in meinem Aqua-Terrarium © Th. Kreuter
Mondlicht in meinem Aqua-Terrarium © Th. Kreuter

Beispiel Skizze Teelicht  © Th. Kreuter
Beispiel Skizze Teelicht © Th. Kreuter

Um ein kleines Mondlicht oder Beobachtungslicht im Terrarium zu installieren, gibt es zwei gute und einfache Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist ein kleines Loch in die Abdeckung des Terrariums zu bohren, in das man eine kleine LED Teekerze steckt. Dabei bitte immer auf eine Teekerze achten, die Flameless ist und eine weiße Lichtfarbe besitzt. Das heißt, nur das Birnchen steckt pass genau in dem Loch, der Hauptteil des Teelichtes liegt auf der Abdeckung auf. So kann man durch drehen das Teelicht ein und ausschalten. Die meisten kleinen Teelichter werden mit einer Knopfbatterie versorgt. Diese Teelichter bekommt man meist für ein oder zwei Euro im "Ein Euro Laden". Da das Birnchen sozusagen unter einer kleinen "Kunststoffkuppel" liegt, kann man diese noch mit etwas Schleifpapier anrauen, um ein diffuseres Licht zu erzeugen. Eine weiter Möglichkeit besteht darinnen, eine kleine Birne wie zum Beispiel eine Osram LED Birne 1,5 W (6500 K) zu verwenden. Dazu muss als erstes eine Fassung E14 montiert werden. Diese Fassung gibt es auch mit einem kleinen Befestigungswinkel aus Metall, so das diese sehr leicht unter der Abdeckung angeschraubt werden kann. Die LED Birne kann dann noch mit schwarzem Nagellack etwas abgedunkelt werden. Einfach den klaren Teil der Birne mit Nagellack in ein oder zwei Schichten dünn bestreichen und richtig trocknen lassen. Das ganze ergibt dann auch ein diffuses weißliches und Mond ähnliches Licht, da das weiße Licht durch die unterschiedliche Stärke des zuvor aufgetragenen Nagellacks scheint. (Siehe die zwei Bilder weiter oben). Wichtig ist bei der Installation eines Mondlichtes immer, dass so gut wie keine Wärmeabgabe erfolgt. Auch der Mond liefert uns ja keine Wärme. Daher sollte man keine Leuchtmittel mit stärkeren Wattzahl verwenden, die in irgendeiner Form eine größere Wärmemenge produzieren. LED Birnen sind daher hierfür bestens geeignet und immer die erste Wahl. Das Mondlicht sollte auch nicht die ganze Nacht brennen. Die Tiere benötigen es eigentlich nicht. Daher reicht es vollkommen aus, wenn es nur zu Beobachtungszwecken eingeschaltet wird. Bei der zweiten geschilderten Version kann das Mondlicht auch per Zeitschaltuhr eingeschaltet und ausgeschaltet werden, gerade dann, wenn man feste Beobachtungszeiten hat. In keinem Fall aber, dürfen sich die Tiere durch die Beleuchtung gestört fühlen.


Aquarium zum Terrarium umbauen

Auch ein normales Aquarium mit Abdeckung lässt sich sehr gut zu einem Terrarium für Bodenbewohner umbauen, gerade dann wenn diese auf Grund ihrer Herkunft auf hohe Luftfeuchtigkeitswerte angewiesen sind.

Solche Anlagen, also Aquarien die man als Terrarium nutzen möchte, haben den Vorteil, dass sich darinnen die Luftfeuchtigkeit besonders gut hält. Der Nachteil ist allerdings, dass man beim Hantieren und Reinigen der Anlage von oben arbeiten muss, da man ja hierbei keine Schiebescheiben zur Verfügung hat. Aus diesem Grund sollte man keine scheuen Tierarten darinnen pflegen. Auch kletternde Tierarten sind hierbei schon wegen der geringen Höhe tabu. Solche Anlagen sind daher eher für feuchtigkeitsliebende Bodenbewohner geeignet. Auch ist hierbei immer ein besonderes Augenmerk auf den Bodengrund zu richten, damit keine Versumpfung des Substrates entstehen kann. Beim täglichen Sprühen in der Anlage sollte man daher ein gewisses Handling an den Tag legen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sprich einer Versumpfung des Bodens. Eine gute Drainage des Bodens ist hierbei außerordentlich wichtig. Aquarien mit einer Beckenhöhe von 50 cm bis ca. 60 cm kann man durchaus gut verwenden, Aquarien über 60 cm Beckenhöhe sollte man allerdings nicht mehr für ein solches Vorhaben nehmen, da ansonsten eine gute Luftzirkulation trotz Zwangslüftung nicht mehr einwandfrei zu realisieren ist. Eine Zwangslüftung ist allerdings für solche umgebauten oder geplanten Becken, sprich Aquarium als Terrarium, immer ein absolutes Muss. Solche Anlagen eignen sich allerdings nicht für ein Wüstenterrarium, Steppenterrarium usw.  Hier sollte man lediglich kleinere Tiere pflegen, die Aufgrund ihrer natürlichen Vorkommen eher feuchte bis sehr feuchte Biotope, oder durchaus auch Sümpfe bevorzugen. Sehr wichtig ist es auch gerade in der Sommerzeit, dass man die Temperaturen immer im Auge haben muss, damit in solchen Anlagen keine Überhitzung bzw. ein Hitzestau stattfinden kann. Zusätzlich eingebaute Lampen die zum Beispiel viel Wärme abgeben, sollte man daher generell immer mittels eines Thermostates ansteuern, damit die Lampen bei der Überschreitung der für die Tiere erträglichen Temperaturen automatisch abgeschaltet werden. Auch muss in diesem Fall die Zwangslüftung erhöht werden, also die Leistung der Aquarien-Luftpumpe, damit kein Hitzestau oder generell keine Stauluft entstehen kann. Auch dies erfolgt durch eine zweite Thermostat gesteuerte Aquarien-Luftpumpe. Es kann daher durchaus notwendig werden, für diesen Zweck, eine Aquarien-Luftpumpe mit größere Leistung anzuschließen. Klicken Sie einfach auf die Bilder um die Grafiken zu vergrößern.

© Th. Kreuter
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Das Düsenrohr kann auch im Frontbereich angebracht werden. Das Düsenrohr kann man auch ganz einfach aus einem normalen Aquarienrohr basteln. Die kleinen Löcher werden mit einer heißen Nadel bzw. Nagel vorsichtig in einer Reihe eingebrannt. © Th. Kreuter
Das Düsenrohr kann auch im Frontbereich angebracht werden. Das Düsenrohr kann man auch ganz einfach aus einem normalen Aquarienrohr basteln. Die kleinen Löcher werden mit einer heißen Nadel bzw. Nagel vorsichtig in einer Reihe eingebrannt. © Th. Kreuter
© Th. Kreuter
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Auch bei Standartabdeckungen von Aquarien kann man noch  Beleuchtungskörper anbringen. Dabei aber bitte sehr behutsam zu Werke gehen. Nur Feuchtraumkabel verwenden. Am besten immer einen Elektriker zu Rate ziehen. © Th. Kreuter
Auch bei Standartabdeckungen von Aquarien kann man noch Beleuchtungskörper anbringen. Dabei aber bitte sehr behutsam zu Werke gehen. Nur Feuchtraumkabel verwenden. Am besten immer einen Elektriker zu Rate ziehen. © Th. Kreuter

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal kurz und vorsorglich darauf hinweisen, dass gerade solche Anlagen vor allem viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, als auch einen vermehrten Aufwand mittels technischem Equipment benötigen. Wenn man allerdings bei der Gestaltung und Technik mit gesundem Menschenverstand vorgeht, so ist es auch bei solchen Anlagen durchaus möglich, optimale und naturnahe Bedingungen für Pflanzen und Tiere auf Dauer zu schaffen. Aber noch einmal ein wichtiger Hinweis zu guter Letzt. Auch bei einer künstlichen Entlüftung oder Belüftung ist immer darauf zu achten, dass keine Zugluft für die Tiere entsteht oder entstehen kann.


Bambuswald im Terrarium

Wie baue ich einen kleinen Bambuswald oder eine Uferzone mit Bambus im Terrarium

Bildquelle: Pixabay / User: Pexels / Lizenz: CC0 Public Domain
Bildquelle: Pixabay / User: Pexels / Lizenz: CC0 Public Domain

Manchmal möchte man gerne eine tropische Uferlandschaft nachstellen. Bambusstäbe die senkrecht in einer Gruppe stehen, geben gerade hierfür ein sehr schönes Bild ab, besonders wenn später noch ein paar kleine Pflanzen dazwischen wuchern. Am einfachsten, damit die Bambusstäbe später durch grabende Tiere nicht zum Umfallen gebracht werden können, befestigt man ein Gruppe Bambusstäbe verschiedener Stärke auf, bzw. in einem flachen Sandstein. Andere Gesteinsarten gehen natürlich auch, jedoch lässt sich Sandstein am besten und einfachsten bohren und bearbeiten. Dazu bohrt man mit verschieden großen Steinbohrern vorsichtig saubere Löcher in eine nicht zu dünne Sandsteinplatte. In diese steckt man dann später einfach die verschiedenen Bambusstäbe mit Hilfe eines kleinen Kleckses Aquarien-Silikons hinein und lässt alles 24 Stunden gut trockenen. Fertig ist der kleine Bambuswald. Man sollte dabei aber nicht alle Bambusstäbe gerade befestigen, sondern durchaus ein paar Stangen mit ganz wenig Neigung setzten, wie auch in der Natur zu sehen ist. Auch müssen nicht alle Stäbe gleich lang sein, es können durchaus auch ein paar kürzere in diesem Arrangement stecken. Den Stein mit den so befestigten Bambusstäben stellt man dann auf den Boden des Terrariums. Eine in der Größe des Steines untergelegte Styroporplatte oder Styrodurplatte beugt gerade bei den Glas-Terrarien einer Beschädigung des Glasbodens vor und sollte daher immer verwendet werden. Anschließend füllt man dann das Bodensubstrat ein. Ein paar immergrüne Bodendecker (Pflanzen mit flachem Wuchs) in der unmittelbaren Nähe des Bambuswaldes, die später dazwischen wuchern, lassen alles noch natürlicher erscheinen. Ein kleiner aber wichtiger Hinweis noch zum Schluss. Die Stäbe dürfen sich nicht überkreuzen oder aneinander anliegen, denn das kann bei Echsen oder auch Fröschen zu Verletzungen durch Einklemmungen führen. 


Hypertufa

Hypertufa, ein anthropisches Gestein aus Aggregaten mit sehr vielen Möglichkeiten

Bei genügend Licht und Feuchtigkeit wird die Rückwand aus Hypertufa mit der Zeit begrünen.
Bei genügend Licht und Feuchtigkeit wird die Rückwand aus Hypertufa mit der Zeit begrünen.

Gerade wenn man ein landschaftlich geprägtes Karnivoren-Terrarium einrichten möchte, so stellt eine schöne Rückwand als Hintergrund das Non plus ultra dar. Sie verleiht der Anlage erste ein natürliches Aussehen und eine entsprechende Tiefe. Hypertufa dient vor allem als ein sehr guter Ersatz für den bekannten und gerade in der Aquaristik verwendeten natürlichen Tuffstein und kommt vor allem gerade auch sehr oft in den alpinen Gärten zum Einsatz. Hypertufa benötigt generell immer eine Trägerschicht. Diese Trägerschicht muss aus mindestens zwei bis drei Schichten Flex-Fliesenkleber bestehend aufgebaut werden. Es funktioniert auch nicht, einfach den Fliesenkleber mit dem Torf zu mischen, um sich den Zement sparen zu wollen, da im Fliesenkleber immer diverse Kunststoffe für die Elastizität enthalten sind. Als Unterbau für das Ganze nimmt man für die Rückwand Styroporplatten oder Styrodurplatten. Diese schneidet man passend auf die Rückwand zu. Mittels eines Heißluftföns verleiht man den Platten schon einmal eine Struktur. Auch das Aufkleben von Styroporstücken oder Styrodurstücken mittels eines Styroporklebers sind eine gute Alternative. Hier können auch schon Pflanzennischen für Begleitpflanzen mit eingearbeitet werden. Dabei muss man allerdings darauf achten, dass auch Abzugslöcher in die Pflanzen-Nischen mit eingearbeitet werden, damit später die Pflanzen keiner Staunässe ausgesetzt sind. Die zugeschnittenen Styroporplatten oder Styrodurplatten werden dann mit Hilfe von Aquariensilikon auf die Rückwand aufgeklebt. Hierbei ist es vor allem sehr wichtig, auch die Ränder der Platten gut mit Aquariensilikon zu bestreichen, genauso auch wie die Platten selbst, um eine gute Haftung zu gewährleisten. Nahtstellen bzw. Fugen bei geteilten Platten kann man nachträglich auch noch mit etwas Aquariensilikon abdichten. Vor dem Auftragen des Flex-Fliesenkleber muss das Aquariensilikon gut getrocknet sein (ca. 24h). Danach streicht man die Rückwand erst einmal mit einem dünnen Flex-Fliesenkleber (etwas mehr Wasser) mittels eines Pinsels 1-2 mal gründlich satt ein und lässt das Ganze dazwischen immer wieder gut durchtrocknen. Anschließend können dann die zwei bis drei Schichten Flex-Fliesenkleber aufgetragen werden. Die einzelnen Schichten sollten vor dem nächsten Arbeitsgang immer gut durchgetrocknet sein. Der nächste Arbeitsschritt besteht im Auftragen der Hypertufa-Masse. Die richtige Zusammensetzung von Hypertufa besteht im wesentlichen aus drei Teilen Portland-Zement vom Typ I (oder Trass-Zement), aus 4 Teilen Weißtorf und 5 Teilen Perlit ("Teile" bezogen auf das Volumen, nicht auf das Gewicht). Nach diesen Vorgaben mischt man alles im angegebenen Verhältnis trocken und vor allem gründlich zusammen. Dann fügt man unter beständigem Rühren langsam kaltes Wasser hinzu, bis eine Pudding ähnliche aber noch etwas cremige gut formbare Substanz entsteht. Es empfiehlt sich immer beim Auftragen der Masse Einweghandschuhe zu benutzen, da sich die Masse mit den Händen einfach besser auftragen und formen läßt. Am Anfang haftet die Masse meist nicht so gut, aber das ist durchaus vollkommen normal und kein Grund nervös zu werden. Um eine etwas bessere Haftung auf dem Flex-Fliesenkleber zu erreichen, kann man diesen vor dem Auftragen der Hypertufa-Masse leicht anfeuchten. Am besten nimmt man erst einmal eine kleine Portion des Gemisches und trägt dieses auf die Rückwand auf und verteilt es etwas flächiger. Das Ganze wiederholt man so lange, bis die Rückwand feriggestellt ist und vor allem ein optisch schönes und gewünschtes natürliches Bild entstanden ist. Zwischen den Arbeitschritten des Auftragens der Hypertufa-Schichten, sollte man immer wieder die Masse gut durchtrocknen lassen. Wenn die Rückwand dann endlich fertiggestellt ist, so muss man durchaus mit einer Trocknungzeit und kompletten Aushärtung von gut vier Wochen rechnen. Eine solche aufgebaute Hypertufa-Rückwand ist vor allem sehr gut dafür geeignet, um gerade epiphytische Begleitpflanzen für die Karnivoren unterzubringen, wie zum Beispiel Tillandsien, Bromelien, Farne und bei guter regelmäßiger Befeuchtung auch Moose. Übrigens, Hypertufa wiedersteht auch Kälte bis -30°C (-22°F). Daher ist Hypertufa auch bei der Landschaftsgestaltung von Karnivorenanlagen im Garten oder auf dem Balkon sehr gut geeignet.

 

Eine kleine Bemerkung an Rande:

 

Für Hypertufa im Terrarienbau sollte man immer nach Möglichkeit Weisstorf nehmen. Es geht hierbei nicht etwa um die Farbe des Endproduktes, sondern um die Chemie. Torf ist sauer und somit entstehen kleine und kleinste Poren durch den Zersetzungsvorgang des Torfes in dem alkalischen Zement. Erst dadurch verwittert er und sieht am Ende eher aus wie Stein und nicht etwa wie Beton. Negative Erfahrungen konnte ich bisher bei den Karnivoren noch nicht beobachten.

 

Abgewandelte Varianten:

 

Speziell für kleinere Pflanzentröge und Blumentöpfe kann man auch durchaus 3 Teile Blumenerde, 3 Teile Perlite und 2 Teile Zement nehmen.

 

Gussmasse für Pflanzentröge: Die Gussmasse für die Tröge besteht aus einem Sand-Torf-Zement-Gemisch. 2 Teile Torf mit 3 Teilen Betonsand und 2 Teilen Zement gut vermischen. Für eine etwas feinere Oberfläche sollte der Torf vorher immer durch ein Sieb gerieben werden damit er von den groben Faserteilen getrennt wird. Die Mischung beim Gießen sollte immer eine zähflüssige Konsistenz haben. Bei größeren Pflanzentrögen sollte man immer armieren, das geschieht üblicherweise mit Metallgittern, Stahlgittern, Hasendraht usw.

 

Ein weiteres Mischungsverhältnis für Tröge aus Hypertufa ist ein Teil Portlanzement, 1 Teil Sand und 1 Teil Torf. Auch hier sollte ab einer bestimmten Größe eine Armierung wie im darüberstehenden Absatz erfolgen.

 

Noch eine Variante für Pflanzentröge besteht aus 3 Teilen Portland Zement Typ I, 4 Teilen Torf oder Cocosfasern, 5 Teilen Perlit (grobkörnig) und Farbpigmenten nach Wunsch und Laune.

 

Ein anderes Rezept besagt: 1 Teil Kokosfaser, 1 Teil Perlite und 1 Teil Zement

 

Eine weitere Möglichkeit mit Lavasplitt besteht aus  2 Teilen Zement, 2 Teilen Kokosfasern und 1 Teil Lavasplit.

 

Letztendlich noch ein Rezept in dem Sand beigemischt wird: 1 Teil Zement, 1 Teil Blumenerde, 1,5 Teile Sand.

 

Wie man sieht gibt es auch jede Menge andere brauchbare Varianten. Daher kann man keinen allgemeinen Rat geben, sondern man muss je nach Bedürfnis, ein wenig selber experimentieren. Wichtig ist allerdings, egal für welche Mischung man sich entscheidet, dass das ferige Produkt vor der Benutzung gut durchgetrocknet sein muss. Daher sollte man sich beim Trocknungsprozess gedulden und nicht etwa versuchen die Trocknungsphase mit Heizstrahlern oder anderen Heizgeräten zu beschleunigen. Ich behandle den Hypertufa im Bezug auf die Trocknungszeit genauso wie normalen Beton. Bei Beton geht man von einer Trocknungszeit von 4 Wochen aus. Geduld ist eben hier die erste Bürgerpflicht um ein stabiles Resultat zu bekommen.


Thema Heizmatten: Siehe unter dem Menüpunkt: Die TerrarientypenHeizmatten im Terrarium / Die Dragon Heizmatte, ultra-flach für Boden, Seitenwände oder Rückwände.


Quellstein im Karnivorenbecken

Wie kann man einen Quellstein für sein Karnivoren-Terrarium selber bauen?

Schema: Tschechische Luftheber und seine  Funktionsweise
Schema: Tschechische Luftheber und seine Funktionsweise

Bei einem Brunnen im Karnivorenbecken oder im Zimmerspringbrunnen mit einem Quellstein, benötigt man nicht unbedingt eine fertige Springbrunnen-Pumpe aus dem Handel. Man kann sich diese auch ganz einfach selber bauen und mittels einer Aquarien - Membran-Pumpe betreiben. Man baut sich wie in der Zeichnung dargestellt einen Luftheber. Dann benötigt man eigentlich nur noch einen Stein (z.B. Tuffstein) der sich leicht durchbohren lässt, um den Luftheber durch die gebohrte Öffnung zu stecken und ziemlich zu versenken. Die Auslauföffnung befindet sich oben fast bündig mit dem Stein und unten steht sie mit dem anderen Ende im Wasser. Durch die Membran-Pumpe wird jetzt Luft in dieses Heber-System gepumpt, welche den Weg des geringsten Widerstands geht und nach oben in Richtung des Auslaufes entweicht und dabei Wassertropfen mit sich reißt. Und schon sprudelt der Quellstein. Diese Variante ist sehr kostengünstig, leicht zu bauen und sie hält auch das Wasser durch das ständige Sprudeln immer schön frisch. Die Materialien dafür bekommt man am Besten im Zoofachhandel. (Siehe Skizze oben links.) Die Variante mit dem Luftheber-Prinzip funktioniert allerdings nur bei recht kleinen Quellsteinen, die nicht sehr hoch sind und vor allem wo sich der Wasserauslauf nur knapp über der Wasseroberfläche befindet. Bei größeren Quellsteinen ist es besser, sich eine Quellsteinpumpe im Gartenfachmarkt, Baumarkt oder Zoofachgeschäft zu besorgen. Wie hoch muss eine Pumpe das Wasser fördern können und vor allem wie kann ich das berechnen. Das ist eine recht wichtige Frage, wenn man einen Quellfelsen oder Wasserfall in der Anlage errichten möchte, der mittels einer kleinen Pumpe in Betrieb gesetzt wird. Ist der Druck zu gering so sprudelt kein Wasser. Ist der Druck zu hoch so hat man einen Springbrunnen der alles versumpfen lässt. Beides hilft da nicht wirklich weiter denn wir benötigen ja einen, sagen wir, „quellenden Auslauf des Wassers“.

 

Die Berechnung für ein funktionsfähiges System ist sehr einfach zu lösen. Die Pumpenleistung (P) errechnet sich immer aus dem Höhenunterschied zwischen dem Standplatz der Pumpe (S) und der Wasseraustrittsöffnung (W), zuzüglich (Z) 30%.

 

Siehe Rechengang:

 

Beispiel 1:

 

Pumpe : P 0

 

Wasseraustrittsöffnung in 60 cm Höhe: W 60

 

Zuschlage: Z 30%

 

Rechnung:

(P 0 + W 60) + Z 30% = 78

 

Die Pumpe muss also eine Förderhöhe von 78 cm aufweisen.

 

Beispiel 2:

 

Pumpe : P 0

 

Wasseraustrittsöffnung in 90 cm Höhe : W 90

 

Zuschlage: Z 30%

 

Rechnung:

(P 0 + W 90) + Z 30% = 117

 

Die Pumpe muss also eine Förderhöhe von 117 cm aufweisen.


Augen auf beim Kauf von Tieren

Ein gut gemeinten Rat beim Erwerb von Tieren

Man sollte generell den Kauf von privaten Haltern bzw. Züchtern bevorzugen. Hierbei hat man in den meisten Fällen immer die direkte Möglichkeit, sich alles im Vorfeld genau anzusehen und sich persönlich zu informieren. Im Übrigen besteht so auch die Möglichkeit, bei etwaigen Problemen Rücksprache mit dem Verkäufer bzw. Züchter zu halten. Auch Tiere aus sogenannten Farm-Zuchten sollte man immer ablehnen, weil teils durch die rücksichtslose Vorgehensweise der Farmen große Schäden in der Natur angerichtet werden. Die Muttertiere erleben großen Stress bei der Entnahme aus der Natur und werden nach der Eiablage meistens nicht wieder in ihrem Heimatgebiet ausgesetzt, sondern in vielen Fällen irgendwo direkt vor den Toren der Farm. Auch Wildfänge sind abzulehnen. Wildfänge werden in der Natur gefangen und teils unter Verlusten durch Fang und Transport, in andere Länder gebracht, um hier verkauft zu werden. Wildfänge bergen zu dem auch immer das große Risiko der Einschleppung von Parasiten und Krankheiten in bestehende Anlagen. Viele der Wildfänge verweigern aber auch oft komplett die Nahrungsaufnahme oder sterben aufgrund der stressreichen Umstellung. Somit kann man sagen, dass gerade Wildfänge in großer Anzahl, einer aktiven Zerstörung der Natur Vorschub leisten. Wildfänge sollten daher generell nur als Genpool in Zoologischen Gärten oder gleichgestellten Institutionen zur Erhaltung und Auffrischung von Arten dienen. Erklärung der Abkürzungen: DNZ = Deutsche Nachzucht, NZ = Nachzucht, FZ = Farm-Zucht, WF = Wildfang