Nano-Aquaristik

Eine Lebensgemeinschaft von Karnivoren, Fischen und Garnelen im Nano-Aquarium

Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: basuka Deutschland
Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: basuka Deutschland

Sicherlich wird sich der ein oder ander jetzt fragen, was hat die Nano-Aquaristik mit den Karnivoren zu tun, zumal es sich ja eigentlich um eine Karnivoren Homepage handelt. Diese Frage möchte ich dahingehend beantworten, dass es auch im Bereich der Wasserwelten submerse und emerse Karnivoren gibt, die einen Blick lohnen und von ihrem interessanten Verhalten her die Haltung als auch die Pflege rechtfertigen. Was ist aber nun ein sogenanntes Nano-Aquarium? Das Wort Nano-Aquarium ist aus dem altgriechischen Wort „νᾶνος nānos“ - „Zwerg“ abgeleitet. Es ist sozusagen die kleinste Art eines Vivariums, in dem die Liebhaber der Nano-Aquaristik vor allem Zwerggarnelen, Zwergflusskrebse, Wasserschnecken, Muscheln und auch rein für Nano-Aquarien geeignete kleine Fische halten. Das dabei typische Volumen eines Nano-Aquariums liegt in etwa zwischen 10 und 60 Litern. Die meisten Nano-Aquarien sind würfelförmig gehalten und werden somit meistens als Cube bezeichnet, oder sie sind auch manchmal quaderförmig. Auch rechteckige Nano-Aquarien sind teils, wenn auch etwas seltener, gebräuchlich. Mittlerweile gibt es sogar auch Nano-Eckaquarien. Ein typisches 30-Liter Nano-Aquarium z.B., hat die Abmessungen 30 × 30 × 35 cm. Weitere gängige Standardgrößen von Nano-Aquarien sind 12 Liter (30 × 20 × 20 cm), 25 Liter (40 × 25 × 25 cm) und 45 Liter (50 × 30 × 30 cm). Für die Tiere ist eine möglichst große Bodenfläche, gemessen an der Kantenlänge, besonders optimal. Es wird übrigens empfohlen, für die Haltung kleiner Fische eine Größe von 54 Liter nicht zu unterschreiten. Das Bundesinnenministerium für Ernährunng & Landwirtschaft hat bereits vor über zehn Jahren ein Gutachten über die Mindestanforderung bezüglich der Haltung von Zierfischen herausgegeben, das eine Aquariengröße von 60 x 30 x 30 cm, das sind 54 Liter Volumen, diesbezüglich vorgibt (mehr dazu unter: Tiere & Pflanzen). Durch den von den Maßen her bedingten geringen Platzbedarf, sind gerade die Nano-Aquarien eine recht attraktive Alternative zum normalen „großen“ Aquarium, und sie bieten auch sehr gute Pflegemöglichkeiten für Tiere und Pflanzen, die in den größeren Aquarien-Anlagen hoffnungslos verloren gehen würden. Spezielle Wasser- und Futteransprüche lassen sich auch für manchen noch so winzigen Bewohner sehr leicht und auch optimal befriedigen. Die vor allem für Nano-Aquarien geeigneten Fische sind sehr klein, meistens nur etwa zwei bis vier Zentimeter groß, und sie zeichnen sich vor allem durch eine stationäre sowie auch meist kleinsträumige Lebensweise aus. An Karnivoren eignen sich besonders einige Wasserschläuche (Utricularia) für das Nano-Aquarium. Wichtig ist bei der Nano-Aquaristik vor allem, vor dem Einsetzen der Tier, eine ca. sechswöchige Einlaufzeit einzuhalten. In dieser Zeit vermehren sich die Bakterien im Filter und auch im Bodengrund, denn diese sind für das biologische Gleichgewicht der Nano-Anlage verantwortlich. In der Einlaufphase sollte daher möglichst wenig im Becken unternommen werden. Erst wenn diese abgeschlossen ist und sich mit Hilfe von Wassertests kein Nitrit mehr im Becken nachweisen lässt, darf man die Fische und Garnelen in das Becken einsetzen.

 

Hier noch ein paar wichtige Punkte die es zu beachten gilt:

  • Wirklich immer nur sehr kleine Tierarten auswählen.

  • Genauestens die Wasserwerte überprüfen, wie z.B. ph-Wert, GH-Wert, KH-Wert, Nitrit (NO2), Nitrat (NO3) usw. (weitere Infos dazu unter Technik & Einrichtung)

  • Die Wasservorraussetzungen prüfen, ob die zu pflegenden Tieren zum Beispiel Bewohner von Weißwasser, Klarwasser oder Schwarzwasser sind? (mehr Informationen dazu unter Technik & Einrichtung)

  • Ein Überbesatz ist unbedingt zu vermeiden. Weniger ist letztendlich immer mehr.

  • Die Pflegeansprüche aller gewünschten Arten sind miteinander gut zu vergleichen.

Eine kleine und muntere Lebensgemeinschaft im Nano-Aquarium © Thomas Kreuter
Eine kleine und muntere Lebensgemeinschaft im Nano-Aquarium © Thomas Kreuter

Für den Besatz eines Nano-Aquariums gilt im allgemein die nachfolgende und vor allem ganz einfach zu merkende Faustformel: "In einem 12-Liter-Nano hält man nur eine einzige Art. In einem 25-Liter-Becken lassen sich bis zu zwei Arten vergesellschaften, wie zum Beispiel eine rein bodenbewohnende Art, mit einer Art, die mittlere oder obere Wasserschichten bevorzugt. Fasst das Aquarium mindestens 35 Liter, so können durchaus auch bis zu drei Arten gehalten werden". Besser ist es aber, das Nano-Becken nicht zu klein zu wählen. Ich persönlich sehe 25 Liter bei der Haltung und Pflege von Tieren als die unterste Grenze an, zumal ja auch noch die Einrichtung wie z.B. Kies, Wurzeln, Steine, Filter, Heizstab und Pflanzen den Platzbedarf der Tiere zuzüglich minimieren. Kleinere Becken, also unter 25 Liter, kommen für mich daher nur als reine Pflanzenbecken in Betracht. Auch muss man berücksichtigen, je weniger Liter Inhalt an Wasser, desto leichter schwanken auch die Wasserwerte. Regelmäßiger Teilwasserwechsel ist bei den Nano-Aquarien ein absolutes Muss. 20% bis 30% des Wassers sollten, bzw. müssen wöchentlich immer gewechselt werden. Frisches Wasser, welches beim Wasserwechsel in das Becken gegeben wird, sollte niemals aus der Warmwasserleitung stammen. Beim Wasser aus der Warmwasserleitung besteht immer die große Gefahr von Belastungen durch Kupfer, insbesondere bei alten Leitungen die noch aus Kupferrohr bestehen. Auch wenn sich keine Kupferleitungen im Haus befinden, so ist beim Wasserwechsel immer zu größter Vorsicht geraten. Kupfer ist z.B. schon in sehr geringen Konzentrationen für Garnelen, Zwergflusskrebse und auch Muscheln tödlich. Vor der Anschaffung von Garnelen oder Zwergflusskrebsen, sollte somit immer vorab geklärt sein, ob das Wasser aus der Leitung eventuell mit Kupfer belastet ist. Auch das kalte Wasser aus der Wasserleitung sollte niemals sofort in das Nano-Aquarium gegeben werden. Hierbei ist es sehr sinnvoll, das man das Wasser erst ein paar Stunden stehen lässt, damit es sich etwas erwärmen kann. Die örtlichen Wasserwerte kann man meist telefonisch bei dem entsprechenden Versorger erfragen. Das ersetzt aber bei weitem nicht die Anfangskontrollen und regelmäßigen Kontrollen mittels dafür geeigneter guter Wasser-Test-Sets,  die man im Zoofachhandel oder im Internet käuflich erwerben kann.