Karnivoren füttern und düngen

Muss man die Karnivoren eigentlich füttern oder düngen?

Bildquelle: Pixabay / Kannenpflanze / CC0 Public Domain / Uswer: RaBe aus Kevelaer "Niederrhein"
Bildquelle: Pixabay / Kannenpflanze / CC0 Public Domain / Uswer: RaBe aus Kevelaer "Niederrhein"

Von den meisten Liebhabern der Karnivoren hört man im allgemeinen immer wieder die folgende Antwort: „Man soll die Karnivoren niemals düngen“. Doch diese Antwort muss man inzwischen anders betrachten und etwas abmildern. Die meisten Dünger schädigen oder töten auf Dauer die Karnivoren ab, dass dürfte sich mittlerweile bei allen Karnivoren-Freunden herumgesprochen haben. Der Boden am Naturstandort dieser Pflanzen ist ja in aller Regel extrem nährstoffarm, wie als schon bekannt vorausgesetzt. Nur recht wenige Arten von Karnivoren vertragen Dünger, doch sollte man für diese Arten nur stark verdünnte, schwach organische Dünger anwenden. Hierzu gehören vor allem die hart-laubigen Pflanzen wie zum Beispiel die Sarracenien und auch Nepenthes, die eine äußerst schwache Düngung in ihrer Wachstumszeit vertragen und tolerieren. Diese Pflanzen wachsen dadurch aber nicht beileibe immer besser. Eine wesentliche Verbesserung von anderen Kulturfaktoren, wie vor allem etwa das Licht, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit, zeigen da meistens wesentlich bessere und optimale Erfolge. Wie auch kalkhaltiges Wasser, so ist auch ein hoher Salzgehalt, also auch ein zu viel an Dünger, für die Karnivoren absolut tödlich. Karnivoren sind in von Natur aus in ihren Lebensräumen an niedrige Salzkonzentrationen angepasst und haben ihre Fähigkeit zur Salztoleranz komplett verloren. Die Karnivoren darf man aber gerne ab und an mit ein paar Insekten füttern. Dabei ist allerdings besonders auffällig, dass gerade tote Insekten nur äußerst ungern von aktiv fangenden Pflanzen, also den Pflanzen mit beweglichen Fallen, angenommen werden. Sehr wichtig ist auch gerade zum Beispiel bei der Venusfliegenfalle, dass man diese nicht etwas mit Döner, Hackfleisch oder Käse füttert, denn auch das ist eine total sichere Methode, die Pflanze in kürzester Zeit umzubringen. Venusfliegenfallen erwarten immer lebendige Insekten als Beute, und nicht etwa das bestellte Essen aus dem Restaurant, der Imbissbude oder dem Supermarkt. Die Fleischstücke die man verfüttern würde, verfaulen und verschimmeln in kürzester Zeit, wodurch dann natürlich das gesamte Blatt in Mitleidenschaft gezogen würde und abstirbt. Der sich bildende Schimmel würde dann auch voraussichtlich auf die gesamte Pflanze übergreifen und sie zerstören. Kommen wir noch einmal auf den Dünger zurück. Viele Leute düngen doch ihre Pflanzen auch. Gerade die hauptberuflichen Züchter nutzen doch auch irgendwelche kleinen und geheimen Mittelchen oder Konzentrationen von normalen Düngern, was man ja daran merkt, dass die Pflanzen, wenn man sie einige Zeit bei sich in Pflege hat, merklich an Größe und Wachstum nachlassen, weil ihnen der spezielle geheime Dünger fehlt. Gerade beim Düngen mit Mineraldüngern sollte man wirklich auf Nummer sicher gehen und lieber eine noch geringere Konzentration nehmen als sie zum Beispiel für Orchideen üblich ist. Oftmals wird eine Dosis, im Verhältnis von 1/10, der normal üblichen Dosis verwendet. Wenn man dann merkt, dass die Menge gut vertragen wird, kann die Dosis immer noch leicht erhöht werden. Eine bessere, sichere und vor allem effektive und darüber hinaus auch interessante Methode, ist die sogenannte Milchdüngung. Die Idee der Milchdüngung ist so einfach wie auch genial. Milch enthält Eiweiße, Eiweiße sind Proteine, welche Stickstoffverbindungen sind. Die Pflanze nimmt den Stickstoff über die Tentakeln bzw. Blätter auf und wird somit gedüngt. Milch-Wasser-Mischung (etwa 1:5). Auch hierbei gilt der Grundsatz, eher weniger als zu viel des Guten. Bei Sarracenien und anderen Krug-Schlauch-Kannenpflanzen ist die Milchdüngung jedoch nicht so sehr zu empfehlen, da die Milch-Wasser-Mischung unter dem Sauerstoffausschluss sehr schnell zu schimmeln beginnt und die Falle der Pflanze somit abstirbt. Da die Pflanzen die Nährstoffe aber auch über das Substrat aufnehmen können, kann man einfach etwas Milchlösung auf das Substrat tropfen. Bei Nepenthes sollte man jedoch mit dieser Methode sehr sparsam düngen, da die Pflanzen sonst eventuell weniger Kannen ausbilden, weil sie auf diesem Weg ein Zuviel an Nährstoffen erhalten, und das wäre ja dann nicht so ganz im Sinne des Halters und Betrachters.