Indischer Ochsenfrosch (Kaloula pulchra)

Die Haltung und Pflege des indischen Ochsenfrosches (Kaloula pulchra) im Terrarium

HAH [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons
HAH [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Der Indische Ochsenfrosch (Kaloula pulchra) ist gerade eine unter Terrarienhaltern gut bekannte, beliebte und recht leicht zu haltende Art. Kaloula pulchra ist allerdings absolut nicht mit dem in Nordamerika beheimateten nordamerikanischen Ochsenfrosch in irgendeiner Beziehung näher verwandt. Außerdem lebt Kaloula pulchra trotz seines Namens eigentlich weniger in Indien, sondern vielmehr in gesamt Südostasien und Indonesien, als auch in China. In Taiwan und Guam wurden die Tiere auch eingeschlepppt, möglicherweise auch in Neuseeland, Borneo und Australien. So manche Literaturstellen berichten auch darüber, dass Kaloula pulchra in Singapur eingeschleppt wurde. Aber durch die IUCN (Weltartenschutzkommision) konnte allerdings verlässlich nachgewiesen werden, dass der Frosch in Singapur schon immer heimisch war. Ähnlich wie beispielsweise auch bei der europäischen Knoblauchkröte sind die Fersenhöcker der Tiere als Grabschaufeln umgebildet und verhärtet. Der Ruf der Tiere erinnert an das Gebrüll eines Ochsen und gab somit den Tieren ihren Namen. Kaloula pulchra ist eine Amphibienart aus der Familie der Microhylidae.


Steckbrief: Indischer Ochsenfrosch (Kaloua pulchra)

Meine "Indischen Ochsenfrösche" (Kaloula pulchra) im Aqua-Terrarium. © Th. Kreuter
Meine "Indischen Ochsenfrösche" (Kaloula pulchra) im Aqua-Terrarium. © Th. Kreuter

Indischer Ochsefrosch (Kaloua pulchra) [wird auch Gemalter Ochsenfrosch genannt]

Größe: 7 cm bis 8 cm, Männchen bleiben meist etwas kleiner. (Die Farben der Tiere können je nach Herkunft etwas variieren)
Lebenserwartung: über 10 Jahre.
Herkunft: Von 
Indien bis China, Malaysia, Indonesien, Philippinen und dem gesamten südostasiatischen Raum. Dort lebt er in den Regenwäldern und Tropenwäldern. Kaloua pulchra ist auch ein Kulturfolger. Er lebt immer in der Nähe von kleinen Tümpeln, Teichen und auch in der Nähe von langsam fließenden Gewässern, so wie auch in der Nähe von Reisfeldern.)

Haltung: Paarweise Haltung, bzw. in kleinen Gruppen 1.2,  für Terrarium mit den Maßen 80/90 cm x 40/50 cm x 45/50 cm. Auf eine sehr gute Hygiene bei der Haltung dieser Frösche ist zu achten. Bodengrund bei Bedarf öfters tauschen. (Haltung auch in einem dicht schließenden Aquarium möglich. (Dazu mehr unter "Aquarium zum Terrarium umbauen" in der Rubrik Sonstiges & Basteleien)
Ein großer Wasserteil, ca. knapp 1/3 der gesamten Fläche des Terrariums, sollte für die Tiere zur Verfügung stehen. Die Wasserstandshöhe sollte ca. 
10 cm - 12 cm betragen. Im Winter kann sie auch auf ca. 6 cm - 8 cm fallen (ca. 5 - 6 Wochen). Auf gute Ausstiegshilfen im Wasserteil ist zu achten.

Bodengrund:

Hoher Bodengrund, mindestens 15 cm - 20 cm (Tiere vergraben sich gerne), der an einigen Stellen immer leicht feucht gehalten werden muss. Auf Klettermöglichkeiten achten, denn die Tiere klettern auch gut und gerne.(z.B. gestaltete Rückwand & Seitenwände, Äste, Wurzeln usw.)
Temperaturen: Tag (Sommer) 27°C - 30°C (kurzfristig auch bis 32°C), morgens und abends sprühen, Winter 25°C - 27°C für ca. 5 - 6 Wochen und etwas trockener, daher in dieser Zeit die Tages - Sprühmenge etwas vermindern. Die Temperaturen in der Nacht sollten generell bei ca. 21°- 22°C liegen. (Mehr Informationen zum Klima weiter unten unter dem Artikel: "
Das Klima in den südostasiatischen Lebensbereichen von Kaloula pulchra")

Am besten sollte man immer dafür Sorge tragen, dass verschiedene Temperaturzonen in dem Aqua-Terrarium geschaffen werden. (Bei mir herrscht im Aqua-Terrarium ein Temperaturgefälle von ca. 3°C - 4°C)

Wassertemperatur ca. 25°C. Während der Paarungszeit auch bis zu 26°C. Das Wasser muss immer sauber sein. Tiere reagieren sehr empfindlich auf Chlor.
Beleuchtung: ca. 10 Stunden - 12 Stunden. (Je nach dem wo die Tiere herkommen) [Einstellung der Beleuchtung in meinem Aqua-Terrarium siehe unter Menüpunkt: Technik & Beleuchtung]
Luftfeuchte 
in Bodennähe: Tag 70% - 80%, Nacht: 80% -100%. Luftfeuchte in ca. 30 cm Höhe: Tag ca. 60% -70%, Nacht: 80% - 90%. (Je mehr Luftfeuchtigkeit desto aktiver sind die Tiere)

Aktivitätsphase: Dämmerungsaktiv und nachtaktiv. Die Tiere lassen sich aber auch manchmal am Morgen nach dem Einschalten der Beleuchtung oder auch am Abend kurz vor dem Ausschalten der Beleuchtung sehen. Auch ein kleines Sonnenbad am Morgen konnte ich schon öfters beobachten. Gelegentlich kommen die Tiere auch am Nachmittag mal kurz aus den Verstecken.
Ernährung: Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Wachsmotten, Raupen, Regenwürmer, Engerlinge, Schaben, Fliegen. Die Futtertiere sollte man nicht zu groß wählen. Futtertiere vor dem Verfüttern mit Mineralien und Vitaminen bestäuben. Die Fütterung sollte immer während der Aktivitätsphase der Tiere vorgenommen werden. Die Tiere in meinem Aqua-Terrarium konnte ich allerdings auch schon mehrfach beobachten, wie sie am Tag auf Jagd gingen. Fütterung zwei bis drei mal wöchentlich. Nicht zu viel füttern, da die Tiere ansonsten verfetten können.
Artenschutz: Nein.
Achtung: Die Männchen können während der Paarungszeit nachts recht laut rufen.

Terrarientyp: Regenwald / Tropenwald. Haltung: Aqua-Terrarium. Bei größerem Landteil können die Tiere aber auch in einem Paludarium, Riparium oder Rivarium gepflegt werden.

Einrichtung: Die Tiere leben immer in der Nähe langsam fließender Gewässer, in der Nähe von Tümpeln, Teichen und Reisfeldern. Die Tiere kommen auch in der Nähe menschlicher Siedlungen vor (Kulturfolger). Der Indische Ochsenfrosch ist manchmal tagelang nicht im Terrarium zu sehen, da er sich sehr oft gerne vergräbt. Daher ist auf einen hohen Bodengrund zu achten. Auf eine dichte Bepflanzung und genügend Versteckmöglichkeiten sollte bei der Pflege dieser Tiere Wert gelegt werden. Wurzeln, Wurzelstubben und und auch flache Steine runden das Bild der Landschaft ab. Eine gestaltete Rückwand (z.B. Hypertuffa [siehe unter Sonstiges & Basteleien] sollte auch im Aqua-Terrarium bei der Haltung dieser Tiere nicht fehlen. Sie hat den Vorteil, dass man dort noch viel Bepflanzung unterbringen kann, so dass den Tieren mehr Grundfläche verbleibt. Auch die Optik wirkt somit natürlicher und die Tiere haben dazu auch noch mehr Raum bei ihren gelegentlichen Klettertouren. Kleinere Pflanzen habe dort auch eher den Vorteil gut und ausdauernd zu wachsen. Zarte Pflanzen am Boden werden meist in kürzester Zeit regelrecht untergepflügt oder plattgewalzt. Daher eignen sich für den Boden nur etwas kräftigere Pflanzen, die man unbedingt topfen sollte. Ein oder zwei robustere Bodendecker kann man aber auch direkt in den Bodengrund einpflanzen, das hat den Vorteil, dass diese dem Boden etwas mehr Wasser entziehen als getopfte Pflanzen und sie somit einer eventuellen Versumpfung des Bodens entgegenwirken. Übrigens, die Frösche sitzen auch recht gerne auf waagerechten Ästen oder auf Wurzeln, die mit ihren Ausläufern über die Wasseroberfläche ragen. Daher sollte man eine solche Konstellation bei der Einrichtung möglichst in Erwägung ziehen.

 

Winterruhe:

Für eine erfolgreiche Paarung und Zucht der Tiere ist eine ca. 5 bis 6 Wochen andauernde  Winterruhe je nach Herkunft der Tiere notwendig. In dieser Zeit können die Terrarientemperaturen auf ca. 22°C - 25°C abfallen. Der Wasserstand sollte wie weiter oben schon angemerkt in dieser Zeit etwas abgesenkt werden.

 

Paarung:

Der Indische Ochsenfrosch paart sich in der Regel immer nach Regenfällen. Beim Paarungsvorgang heftet sich das Männchen mittels eines klebrigen Sekretes, welches aus den Drüsen am Unterleib des Tieres abgesondert wird, auf den Rücken des Weibchens. Es werden anschließend ca. 1000 Eier als Oberflächenfilm im Wasser abgelegt. Die Larven schlüpfen recht schnell, und zwar schon nach 24 Stunden. Sie werden in etwa so um die 4 cm lang. Sie metamorphosieren nach ca. 10 -15 Tagen zu etwa 1 cm großen Jungfröschen.


Aufnahmen von Kaloula pulchra in meinem Terrarium bei Nacht und ein kleines Video über die Einrichtung bzw. Bepflanzung meiner Anlage.

Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter
Abenddämmerung © Th. Kreuter

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Das Klima in den südostasiatischen Lebensbereichen von Kaloula pulchra

Dreiergruppe Kaloula pulchra beim  Sonnenuntergang im Terrarium © Th. Kreuter
Dreiergruppe Kaloula pulchra beim Sonnenuntergang im Terrarium © Th. Kreuter

Das südostasiatische Wetter ist überwiegenden immer tropisch und feucht. Lediglich in Myanmar und im thailändischen Norden gibt es Trockenzeiten zwischen Januar und April bzw. Mai, in denen es recht heiß werden kann. Eine klar abzugrenzende Trockenzeit kennen die wechselfeuchten Tropen dagegen nicht. In Malaysia, sowie auch auf den südlichen Philippinen, wie auch auf der Insel Java, fällt ganzjährig sehr viel Niederschlag. In der unmittelbaren Nähe des Äquators von Sumatra, Singapur und Borneo, regnet es fast täglich sehr stark, vor allem dann, wenn die Sonne den höchsten Stand überschritten hat. Die Temperaturen weisen dort so gut wie fast keine jahreszeitlichen Schwankungen auf und sie liegen fast immer um die 30°C am Tag und zwischen 20°C und 25°C in der Nacht. Der Monsun ist bestimmend für das Klima in Südostasien. Besonders in den wechselfeuchten und in den äquatorialen Gebieten bringt der Monsun heftigste sintflutartige Niederschläge mit sich, die an den Gebirgen wolkenbruchartig abregnen. Im Frühjahr und Herbst drehen dann die Monsun-Winde wieder von Nordost bzw. Nordwest, in der Winterzeit, auf Südwest und Südost. In dieser Zeit kann es in diesen Gebieten absolut windstill sein. Heftige Niederschläge sind jedoch auch in dieser Zeitphase nicht ausgeschlossen und keine Seltenheit.