Faustformel Beleuchtung & Pflanzenstandort

Wichtige Grundregeln bei der Beleuchtung & Pflege von Karnivoren

Bildquelle: Kobralilie (Darlingtonia californica) / Pixabay / CC0 Public Domain / User: Greg Seed aus England
Bildquelle: Kobralilie (Darlingtonia californica) / Pixabay / CC0 Public Domain / User: Greg Seed aus England

Als eine sehr gute Faustformel oder Grundregel für die Beleuchtung von Karnivoren gilt im Schnitt folgendes: „Bei einer Zusatzbeleuchtung in etwa 100 Watt pro m². Bei der Haltung unter reinem Kunstlicht in etwa 150 Watt pro m².“ Diese Angaben gelten bei einer täglichen Beleuchtungsdauer von 12 Stunden. Zu Beachten sind auch hier wieder die Temperaturen, die Lichtfarbe und auch der Einsatz von guten Reflektoren. Auch zu berücksichtigen und immer einzurechnen sind natürlich die entsprechenden Lichtansprüche der verschiedenen zu pflegenden Pflanzen.

 

Vollsonniger Standort:

 

Regenbogenpflanze (Byblis), Wanzenpflanze (Roridula), Schlauchpflanze (Sarracenia) und die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula).

 

Sonnig & heller Standort:

 

Kobralilie (Darlingtonia californica), die Kannenpflanzen (Nepenthes-Arten), der Sonnentau (Drosera-Arten) und der Zwergkrug (Cephalotus follicularis).

 

Halbschattiger Standort:

 

Wasserschlauch (Utricularia Arten) und auch Fettkraut (Pinguicula-Arten).

 

Die Beleuchtung sollte aus Gründen der Effektivität nicht zu weit über den Pflanzen montiert werden. Eine zu hohe Abstrahlung von Wärme auf die Pflanzen muss allerdings in jeden Fall vermieden werden.

 

 

Noch eine kleine Anmerkung beim Einsatz von künstlicher Beleuchtung: Die Beleuchtungsstärke ist um so größer, je kleiner die beleuchtete Fläche ist, also je geringer der Abstand der Lampe zu der beleuchtenden Fläche entfernt liegt. Zusammenfassend gesagt bedeutet das, die Beleuchtungsstärke nimmt bei konstantem Lichtstrom mit dem Quadrat der Entfernung ab.

 

Noch ein paar allgemeine Informationen:

 

Die Beheimatung der großen Mehrzahl aller Karnivoren liegt besonders in den subtropischen wie auch in den mediterranen Gebieten unserer Erde. Die dortigen Temperaturen im Sommer entsprechen meistens auch den Temperaturen, die wir auch in unseren Breiten vorfinden. Viele Karnivoren-Arten kommen auch aus höheren Regionen. Daher sollte man im allgemeinen nicht den großen Fehler machen und diese Pflanzen zu warm halten. Gerade niedrige Nachttemperaturen wirken sich bei der Haltung der Karnivoren recht günstig aus. Etwas diffiziler wird es da sicherlich schon, die Wintertemperaturen natürlicher Standplätze in der Kultur imitieren zu wollen. Karnivoren aus diesen Klimaten machen eine Winterruhe, in der sie ihr Wachstum stark bis ganz einschränken. Sie benötigen daher im Winter einen kühlen hellen Raum, idealerweiser zwischen 8°C und 12°C. Allerdings muss man immer wieder sagen, dass die Temperaturführung recht eng an das Lichtangebot gekoppelt ist. Je dunkler der Standort der Karnivore im Winter ist, desto kühler muss sie stehen. Im umgekehrten Sinn allerdings, vertragen aber auch sehr viele Karnivoren-Arten etwas höhere Temperaturen in der Winterzeit. In diesem Fall müssen sie auf jeden Fall an einem sonnigen Standort mit einem entsprechenden guten und ausreichenden Zusatzlicht durch-kultiviert werden. Wichtig ist auch immer wieder das Thema Luftfeuchtigkeit. Der allgemeine Richtwert für die relative Luftfeuchtigkeit bei der Haltung von Karnivoren kann ungefähr mit 50% - 70% angegeben werden. Es ist aber auch ganz natürlich, dass diese Werte naturgemäß auch größer schwanken können. Im Sommer hat man meistens mit der Luftfeuchte weniger Probleme. Die Gefahr liegt ehe im Winter, da durch die Zentralheizung in unseren Wohnräumen die Luftfeuchtigkeit drastisch absackt. Bei geschlossenen Kulturen wie zum Beispiel im Terrarium oder Flaschengarten, sollte vor allem darauf geachtet werden, das immer ein Drittel des Gefäßes offen ist, damit ein guter Luftaustausch vollzogen werden kann.