Die Fallentypen der Karnivoren

Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: Bergadder Robert Balog / Budapest/Magyarország / Hungary
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Klebefallen:

 

Die Klebefallen der Pflanze funktionieren über ein klebriges Sekret, welches über Drüsen auf den Blättern selbst, oder an den Spitzen kleiner Tentakeln austritt, mit denen die Blätter der Pflanze besetzt sind. Insekten werden durch das duftende Sekret der Pflenze angelockt und bleibt daran haften. Durch die Versuche des Insekts, sich zu befreien, bleibt es mit immer mehr Körperteilen am klebrigen Sekret hängen. Bei den aktiven Klebefallen, wie zum Beispiel bei den Gattungen Drosera & Pinguicula, wird dieser Vorgang auch noch durch die zusätzlichen Bewegungen der Fangblätter unterstützt. Die Mehrheit aller Arten mit Klebefallen schüttet anschließend Enzyme aus, welche dann die anschließend Verdauung durchführen. Einige Arten verlassen sich jedoch zum Zersetzungsvorgang auf Kommensalen (insbesondere Wanzen), welche die Beute aussaugen. Die Nährstoffe der so gefangenen Tiere, werden an schließlich, über die Ausscheidungen der Wanzen, von der Pflanze aufgenommen.

 

Klappfallen:

 

Die Fangtechnik der Klappfallen ist die wohl am bekanntesten, wenn aber auch die seltenste Fangmethode der Karnivoren. Es handelt sich hierbei um die recht schnelle Schließbewegung zweier Blatthälften, die durch kleine Härchen auf den Blattinnenseiten ausgelöst wird. Jede der zwei besagten Blatthälften, hat drei bis neun, dieser Härchen. Wird eines dieser Härchen mehrmals oder auch verschiedene Haare auf einmal, innerhalb von ca. 30 Sekunden ca. zwei Mal berührt, so klappen die beiden Blatthälften schnell zusammen und schließen das Insekt ein. Eine Reizkontrolle verhindert ein unbeabsichtigtes Schließen auf Grund von Regen bzw. Luftzügen. Nach dem Verschließen der Falle, bildet sich zwischen den Blatthälften ein Hohlraum, in dem das gefangene Insekt, durch das produzierte Sekret, verdaut wird. Die Klappen öffnen sich erneut nach etwa acht Tagen wieder, und geben dann die unverdaulichen Reste des einstigen Opfers frei. Die einzigen Pflanzen mit diesem Fangprinzip, sind die bekannten Arten der Venusfliegenfalle, Dionaea muscipula und der Wasserfalle Aldrovanda vesiculosa.

 

Saugfallen:

 

Das Prinzip der Saugfallen funktioniert logischerweise nur unter Wasser oder unter der Erde. Die Pflanze, die mit dieser Fangmethode ausgerüstet ist und so ihre Opfer fängt, baut in der Falle einen sogenannten Unterdruck auf, der sich bei Berührung schlagartig ausgleicht und dabei Wasser und Beute in sich hinein saugt. Die einzige bekannte Gattung, die dieses Prinzip der Saugfalle anwendet, ist die Gattung der Wasserschläuche.

 

Fallgrubenfallen:

 

Bei den Fallgrubenfallen bilden die Blätter der Pflanze einen Hohlraum, in den das Opfer hineinfällt und aufgrund der glatten Innenwände und dem kleinen Raum, nicht, oder nur schwer herauskommt. Dort gibt es zwei Untergruppen, nämlich einerseits die Krugpflanzen wie z.B. Cephalotus-Arten, die Sumpfkrüge (Heliamphora) und die bekannten Kannenpflanzen (Nepenthes), die Schlauchpflanzen (Sarracenia), so wie andererseits deren nahe Verwandte, die monotypische Gattung der Kobralilie (Darlingtonia).

 

Reusenfallen:

 

Erheblich schwieriger und auch komplizierter konstruiert, sind die Reusenfallen, deren Vorkommen namengebend auf die Gattung der Reusenfallen (Genlisea), mit ihren gesamt 21 Arten und - in sehr verschiedener Art - die Papageien-Schlauchpflanze (Sarracenia psittacina) beschränkt ist. Allerdings scheinen auch die adulten Kannen von Nepenthes aristolochioides einige Ansätze von Reusenbildungen zu zeigen. Ihre Opfer - bei Genlisea sind es ausschließlich Einzeller - werden durch besonders entwickelte Lockstoffe, in das Innere der Falle geleitet. Eine Flucht oder Umkehr des Opfers wird den Organismen durch die sogenannten Sperrhaare, unmöglich gemacht. Schließlich gelangen die Opfer in eine Art Magen, in dem sie durch Enzyme verdaut und zersetzt werden. Die Reusenfalle von S. Psittacina zum Beispiel, verdaut hingegen die gefangenen Tiere nicht in einer Magenvorrichtung, sondern wie die anderen Sarracenien auch, direkt durch Enzyme im Schlauch-Inneren. Auch die beiden als entweder karnivor, oder auch präkarnivor, eingestuften Moosgattungen Colura und Pleurozia verwenden das selbige Fangprinzip.