Der Flaschengarten

Einige Informationen zum Anlegen eines Flaschengartens


Karnivoren im Flaschengarten

Eine weitere Möglichkeit bei der Haltung und Pflege von Karnivoren, besteht auch gerade bei den kleineren Arten in der Schaffung eines sogenannten kleinen oder größeren Flaschengartens. Auch hier kann man durchaus ein für Karnivoren geeignetes optimales Milieu schaffen und einen wunderbaren landschaftlich geprägten Kleingarten erbauen. Allerdings muss man hier sein Augenmerk besonders auf die Luftzirkulation werfen, damit kein Schimmel im Flaschengarten entsteht, andererseits aber auch genügend Luftfeuchtigkeit für die Karnivoren erhalten bleibt. Mit ein bisschen experimentieren lässt sich dieses Problem aber auch recht leicht lösen. Als Beleuchtung für den Flaschengarten, falls dieser nicht hell genug stehen sollte, könnten entsprechende LED´s zum Einsatz kommen. Normale Lampen und Strahler sind wegen der Abgabe von Wärmestrahlung in einem Flaschengarten weniger geeignet, da ansonsten eine Überhitzung droht.


Wie baue ich einen Flaschengarten?

Flaschengärten, Bildquelle:  Pixabay: CC0 Public Domain / User: luctheo jp / LORMES
Flaschengärten, Bildquelle: Pixabay: CC0 Public Domain / User: luctheo jp / LORMES

Als Flaschengarten bei Karnivoren eignen sich vor allem sehr gut etwas größere bauchige und auch breithalsige Flaschen aus Weißglas. Aber auch die von der Weinherstellung bekannten Korbflaschen als auch die recht verschrienen Goldfischgläser sind sehr gut dafür geeignet. Als erstes reinigt man die Flasche gründlich mit heißem bzw. kochendem Wasser. Anschließen schüttet man dann eine drei  bis vier Zentimeter hohe Schicht aus Blähton in die Flasche, mit einer Körnung von 6 mm bis 8 mm oder auch 8 mm bis 10 mm. Den Blähton vorher am besten mit destiliertem Wasser gründlich waschen. Anschließend die Glasinnenwand der Flasche säubern. Das geschieht am besten mit einem Schwämmchen an einem Holzstöckchen oder an einem Stück stabilen biegsamen Draht. Auf den Blähton füllt man, am besten mit einem Trichter damit die Glaswand innen nicht verschmutzt, Weißtorf oder Karnivorensubstrat in einer Höhe von 10 cm – 12 cm auf. Anschließend mit einem langen Stöckchen oder einem an einem Stock befestigten Eierlöffel oder Teelöffel, eine oder mehrere kleine Mulden am Boden ausheben, wo die Pflanzen eingesetzt werden sollen. Pflanzen einsetzen und die zur Seite gegebene Karnivorenerde bzw. den Weißtorf über die Wurzel verteilen und leicht andrücken. Weitere Dekorationsmaterialien wie kleine Äste oder Steine einsetzen. Mit einem kleinen Trichter an den man einen dünnen Schlauch befestigt (Röhrchen geht auch) der bis zum Boden der Flasche reicht, destilliertes Wasser in Höhe des Blähtons (3 cm - 4 cm) auffüllen. Den fertigen Flaschengarten an einen geeigneten Ort mit ausreichender Helligkeit stellen. Hell, doch ohne direkte Sonne, so sollte der ideale Platz gewählt werden. Eine Abdeckung, sollte sie benötigt werden, darf nicht ganz abschließen, damit innerhalb des Flaschengartens mit Karnivoren, ein bisschen Luftaustausch vorhanden ist. Falsch ist es übrigens immer, ein Gefäß direkt nach dem Bepflanzen zu verschließen. Besser ist es, eine kleine Weile abzuwarten, bis die Pflanzen angewachsen sind. Die Möglichkeit den Deckel aufzusetzen ist erst dann geben, wenn die richtige Feuchtigkeit im Inneren herrscht. Bei Karnivoren sollte man generell immer eine Öffnung lassen. Eine mittlere Feuchtigkeit, also nicht zu trocken und auch nicht zu naß, entscheidet wesentlich über den Erfolg des Miniaturgartens. Übrigens, ist der Flaschengarten von allen Seiten zu betrachten, so sollten grössere Pflanzen immer in die Mitte gesetzt werden. Man sollte auch nicht zu große oder großwerdende Pflanzen für den Flaschengarten verwenden. In den Deckel des Flaschengartens kann man auch ganz einfach ein paar Löcher einbohren, um einen Luftaustausch zu gewährleisten, damit kein Schimmel im Karnivoren - Flaschengarten entsteht. Hier muss man halt immer etwas experimentieren, bis die geeigneten Verhältnisse hinsichtlich Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch genau stimmen.


Bottle garden

Flaschengarten für kleine Zimmerpflanzen

Es müssen nicht immer unbedingt karnivore & präkarnivore Pflanzen für den Flaschengarten Verwendung finden. Auch mit vielen der bekannten und gängigen Zimmerpflanzen wird ein schön gestalteter Flaschengarten im Wohnzimmer zum Blickfang.


Aber nicht nur Karnivoren sind für den Flaschengarten geeignet, sondern auch viele andere Pflanzen. Auch die Glasgefäße, wie weiter oben schon beschrieben, werden für alle anderen Pflanzenarten verwendet. Bei den aber meist weit gebräuchlicheren Pflanzen für den Flaschengarten, sprich den etwas kleineren Zimmerpflanzen, wird selbstverständlich genau derselbe Aufbau mittels Blähton als Drainage durchgeführt und verwendet, wie bei den Karnivoren selber auch. Allerdings besteht hierbei noch die Möglichkeit, als Drainage eine kleine Schicht (3 cm bis ca. 4 cm) mit nicht zu grobem Kies vor dem eigentlichen Substrat einzubringen. Auf den Blähton oder Kies kommt  in diesem Falle allerdings kein Torf, sondern die für die zu pflegenden Pflanzen geeigneten Substrate. Dem Substrat kann man dann übrigens noch etwas grobkörnigere Holzkohle zusetzen. Die Holzkohle dient hierbei erst einmal der Färbung des Substrats. Vor allem aber noch wichtiger ist, dass sie Substanzen absorbiert, die von den Mikroorganismen oder auch von den Pflanzenwurzeln abgegeben werden, die möglicherweise eventuell giftig für das Milieu sind. Ein gutes Substrat kann man auch ganz einfach aus feinem Gartenkompost, Torf und Fluss Sand im Verhältnis 2:2:1 selber mischen und dem ganzen noch etwa 1/3 der Gesamtmenge an grobkörniger Holzkohle zusetzen. Der Bodengrund darf ruhig bis auf eine Höhe von ca. 10 cm aufgefüllt werden. Dies geschieht am besten durch einen Trichter um ein übermäßiges Verschmutzen der Gefäßwände zu vermeiden. Das Substrat befeuchtet man später nach dem Einsetzen der Pflanzen am besten durch ein dünnes Rohr. Die Pflanzlöcher gräbt man vorsichtig mit einem kleinen Löffel, den man an einem Röhrchen oder Rundholz befestigt hat, in das Substrat. Die Pflanzen werden nun mit einer hölzernen Zange eingeführt. Die Ballen der Pflanzen anschliessend wieder sehr gut mit dem Substrat bedecken. Beim Bepflanzen des Gefässes ist vor allem immer darauf zu achten, dass zunächst der Rand bepflanzt wird und die Mitte erst zum Schluss. Das beugt Beschädigungen der Pflanzen beim Einsetzn vor. Nach dem Einpflanzen wird das Substrat im Wurzelbereich der Pflanzen mit einem an einem Stöckchen oder Röhrchen befestigten Weinkorken vorsichtig festgestampft und die Innenwände des Gefässes mit dem Schwämmchen abgewischt. Das Gießen erfolgt übrigens auch hierbei am besten mit entmineralisiertem Wasser.

 

Werkzeuge:

 

Folgende Werkzeug werden benötigt, falls der Hals des Gefässes zu schmal sein sollte, um mit der Hand in das Innere fassen zu können.

 

  1. Einen kleinen Löffel zum Ausheben des Pflanzlochs.
  2. Eine Gurkenzange oder auch zwei elastische miteinander verbundene Holzstäbe zum Einsetzen der Pflanzen.
  3. Einen Weinkorken zum Feststampfen der Erde im Wurzelbereich der Pflanzen.
  4. Ein Schwämmchen zum Säubern der Gefässwände.

 

Damit man mit den Werkzeugen auch auf den Grund des Gefässes gelangen kann, sollten diese an längeren Holzstäben oder steifem Draht befestigt werden.


Wichiger Hinweis:

Für den Flaschengarten sollte man immer nur Flaschen aus durchsichtigem Material verwenden. Also keinesfalls Grünglas, Braunglas usw.


Die Hermetosphäre

Eine andere, vor allem sehr spezielle Form des Flaschengartens, ist die Hermetosphäre. Da ich aber in diesem Punkt nicht ganz bewandert bin, so möchte ich ihnen besonders die Seite "Hermetosphäre von Dipl. Biologe Ulf Soltau" an das Herz legen. Auf seiner Seite ist dieses spezielle und hochinteressante Thema in allen Punkten Stück für Stück beschrieben und vor allem sehr gut erklärt. Klicken Sie dazu den nachfolgenden Link an, um zu seiner Seite auf WordPress.Com zu gelangen: "Hermetosphäre Dipl. Biologe Ulf Soltau".