Begleitpflanzen Karnivoren & Moorbeet

Welche Begleitpflanzen und Orchideen kann ich für Karnivoren, Moorbeet oder für das Terrarium nehmen?

Bildquelle: Sarracenia purpurea / Pixabay / CC0 Public Domain / User: cyndywill
Bildquelle: Sarracenia purpurea / Pixabay / CC0 Public Domain / User: cyndywill

Begleitpflanzen für Karnivoren:

Den Punkt zu diesem Thema möchte ich hier im wesentlichen nicht weiter komplizieren, sondern eher recht kurz, bündig und vereinfacht abhandeln. Als geeignete Begleitpflanzen für unsere subtropischen und tropischen Karnivoren-Arten, kann man fast alle diejenigen Pflanzen verwenden, die auch in der Natur an den entsprechenden Standorten der zu pflegenden Karnivoren vorkommen. Wenn also die Bedingungen von Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Beleuchtung, Standort & Substrat-Beschaffenheit, also alle Haltungsparameter, übereinstimmen oder recht ähnlich sind, so kann man diese Pflanzen durchaus auch mit den Karnivoren gemeinschaftlich pflegen bzw. vergesellschaften. Schöne als auch winterharte Begleitpflanzen & Orchideen für Karnivoren im Moorbeet sind vor allem Aster nemoralis, Mooraster, (Nordamerika). Kleine Mooraster mit schönen violetten Blüten, die erst im Spätsommer erscheinen. Die Verbreitung erfolgt über Ausläufer. Betula nana, Zwerg Birke, (Europa). Sehr langsam wachsend, dadurch auch für die kleineren Biotope geeignet. Bis max. 50 cm hoch, mit kleinen kreisrunden Blättern und einer gelben Herbstfärbung. Betula nana, Zwerg Birke, (Europa). Große buschige Pflanzen, ca. 50 cm hoch, vor allem als Solitärpflanze für das Moorbeet sehr gut geeignet. Eriophorum vaginatum, Scheiden-Wollgras, (fast eine kosmopolitische Pflanze). Ein horst-bildendes Wollgras, das keine Ausläufer ausbildet! Helonias bullata, Sumpfnelke, (östl. USA). Interessante immergrüne rosettige Pflanze, die schon im April den ca. 50 cm hohen kolbenartigen Blütenstiel voll ausbildet.Kalmia angustifolia, Lorbeerrose, (östl. USA, in Mitteleuropa verwilderte Vorkommen). Immergrün, strauchartig. Von Mai bis Juni purpurfarbene schöne glockige Blüten. Kalmia angustifolia 'rubra', Lorbeerrose, (Kulturform). Wie vorstehend, jedoch eine Zuchtform mit recht extrem dunkelroten, fast bläulichen Blüten. Myrica gale, Gagelstrauch, (Nordamerika, Nordwest Europa). Ein winterkahler Strauch bis ca. einen Meter hoch. Die Blätter sind dicht mit Drüsen besetzt, die ätherische Öle absondern. Narthecium ossifragum, Beinbrech, Moorlilie, (nahezu kosmopolitisch vertreten). Sehr seltene und geschützte Charakterpflanze der westdeutschen Heidemoore. Dichte gelbe Blütendolden. Osmunda regalis, Königsfarn, (nahezu auch kosmopolitisch). Stattlicher und sehr hübscher Farn, der leider in Deutschland nur noch recht selten zu finden ist. Sollte etwas schattiger stehen, jedoch ist er auch sehr sonnen-tolerant. Auch recht gut für das feuchte Kalkmoor geeignet. Rhododentron tomentosum, Sumpfporst, (Europa, Asien). Synonym: Ledum palustre. Strauchartig, immergrün und vor allem langsam wachsend. Im Frühjahr erscheinen zahlreiche weiße Blüten. Die Blätter enthalten ätherische Öle und können deshalb recht harzartig duften. Rubus chamaemorus, Moltebeere, (Europa, Asien, Nordamerika). Das Wahrzeichen von Lappland. Sehr zarte Pflanze, nur ca. 10 cm hoch. Die gelben Beeren erscheinen im Sommer und stehen einzeln. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, es gibt männliche als auch weibliche Pflanzen. Trichophorum alpinum, Alpen-Wollgras, (Europa, Asien, Nordamerika). Sehr zierliches Wollgras, das keine Ausläufer bildet und dadurch auch sehr gut für kleinere Behälter geeignet ist. Vaccinium macrocarpon, großfrüchtige Moosbeere, Cranberry, (Nordamerika). In allen Teilen regelrecht größer als die nachfolgend aufgeführten Arten. Vaccinium oxycoccus, Moosbeere, (Europa, Asien). Kriechender Zwergstrauch, etwa 30 cm hoch. Nickende rote Blüten, rote essbare Beeren. Heidelbeere, Blaubeere, (Europa, Asien). Zwergstrauch bis maximal 50 cm hoch. Nickende und unscheinbare Blüten, blaue essbare wohlschmeckende Beeren. Viola pallens, Moorveilchen, (Nordamerika). Mit Sarracenia vergesellschaftet. Verbreitet sich über Samen und Ausläufer! Blüht fast das ganze Frühjahr und den Sommer über mit hellen Blüten. Kann allerdings in strengen Wintern ausfrieren. Woodwardia areolata, Kettenfarn, (östliche USA). Ein recht kompakter Farn der mit Sarracenia vergesellschaftet ist. Wie alle Farne, so auch hier eine Pflanze für den halb-schattigen Standort , jedoch auch sehr sonnen-tolerant.Winterharte Orchideen und Begleitpflanzen für Karnivoren. Diese Orchideen sind für die Kultur im Moorbeet sehr gut geeignet und sie sind auch vollkommen winterhart! Calopogon tuberosus, Grasröte, (nordöstliches Nordamerika). Typische Orchidee der Sphagnum-Hochmoore Nodamerikas und eine Begleitpflanze von Sarracenia purpurea und Drosera rotundifolia. Leuchtend rosarote Blüten, die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juni. Pogonia ophioglossoides, Moor-Pogonie, (Nordamerika). Sehr schöne und dankbare Moororchidee, die sich sehr gut über Ausläufer vermehrt. Im Frühjahr erscheinen zahlreiche ca. 2 cm große rosa bis rote Blüten, die an ca. 30 cm langen Blütenstielen sitzen. Spiranthes cernua var. odorata 'Chadds Ford', Wendelähre, Wasserorchidee. (Nordamerika). Weiße recht dichte Blütenstände. Blütezeit Spätsommer/Herbst. Ideal für das Moorbeet. Winterharte Orchideen für das leicht feuchte Kalkmoor. Diese Arten sind meist winterhart, mögen jedoch immer einen etwas höheren ph-Wert (5,5 – 7,5) und einen dauer-feuchten halb-schattigen Standort. Sie sind ideal mit den winterharten Pinguicula Arten zu kombinieren. Mit recht wenig Geschick lassen sich diese Arten auch in einem Moorbeet halten, indem man sie einfach in eine größere Schale mit dem entsprechenden Substrat pflanzt und an einen schattigeren und etwas trockeneren Platz im Moorbeet integriert. Cypripedium californicum, Kalifornischer-Frauenschuh, (Kalifornien, Oregon). Kräftige Art, Blütenstand 3-12 blütig. Die Blüten sind rötlich weiß. Kühler und leicht feuchter, jedoch kein nasser Standort. Cypripedium reginae, Königin-Frauenschuh, (östl. Nordamerika). Eine der recht Wachstum-freudigsten Arten. Sehr einfach zu kultivierenden. Schöne weiß-rosa gefärbte Blüten. Cypripedium reginae 'alba', Königin-Frauenschuh, (östl. Nordamerika). Wie vorstehend, jedoch extrem seltene Albinoform. Epipactis gigantea, Riesen-Stendelwurz, (Nordamerika, Kanada). Sehr robuste und gut wüchsige Orchidee der Quellmoore und Feuchtwiesen. Die Blütezeit liegt zwischen Juni bis in den August hinein. Epipactis palustris, Sumpf-Stendelwurz, (Europa, Asien). Orchidee der Quellmoore und Feuchtwiesen. Blütezeit Juni bis August. Vor allem eine Begleitpflanzen für die frostfreie und kalte Kultur. Eriocaulon decangulare, Pfeifenputzer, (Nordamerika). Vergesellschaftet mit Sarracenia. Sehr schöne Pflanze mit ca. 40 cm langen weißen Blütenköpfchen und etwa 20 cm langen und lanzettlich geformten Blättern. Rhododendron spec., (Sumatra), wächst vor allem zusammen mit Nepenthes in den Nebelwäldern. Die ca. 2 cm großen Blätter der jungen Triebe haben eine leuchtend rote Farbe. Rhynchospora colorata, Weisskopfsegge, (Nordamerika). Oft vergesellschaftet mit Sarracenia, bildet im Sommer große auffällige sternförmige weiße Hochblätter (Blüten). Zieht im Winter allerdings komplett ein. Syngonanthus chrysanthus, Mikadoplant, (Brasilien), gehört wie Eriocaulon zu der Familie der Eriocaulaceae ist jedoch in allen Teilen etwas kleiner und sollte im Hochsommer besser etwas beschattet sein. Xyris drummondii, (Nordamerika). Diese Art ist mit den Sarracenien in Nordamerika vergesellschaftet. Die aufrechten Pflanzen mit den flachen wechselständigen Blättern ähneln sehr den kleinen Gladiolen. Die gelben Blütenköpfe sitzen an langen Stielen. Schöne Orchideen für die frostfreie und kalte Kultur. Disas gehören mit ca. 200 Arten sicher zu den schönsten Erdorchideen. Sie wachsen sehr oft zusammen mit Drosera in Südafrika. Die Kultur ist daher mit den temperierten Karnivoren sehr gut vergleichbar, so zum Beispiel auch mit den Sarracenien, vorausgesetzt die Kultur findet im kalten Gewächshaus statt. Sie wachsen vor allem sehr gut im Karnivoren-Standardsubstrat und stehen ganzjährig feucht. Disa aurata, (Südafrika). Seltener kultiviert, die Blüten sind gelb mit leichten rötlichen Flecken. Meist befinden sich über 10 Blüten am Stiel. Disa tripetaloides, (Südafrika). Wüchsige Art, die Blüten sind weiß bis rosarot-pinkfarben. Oft werden über 20 Blüten bei der Pflanze ausgebildet. Disa uniflora, (Südafrika). Ein recht hell leuchtendes Orange zeichnet die großen Blüten dieser sehr schönen und zugleich auch zarten Art aus. Diese Art ist in Südafrika an den Drosera-Standorten zu finden. Disa Kewensis, (Südafrika, Kulturhybride). Dieser recht eindrucksvolle schöne Hybride hat gelb-rosa Blüten mit roten Punkten. Disa Unidiorosa 'Rosy Face', (Südafrika, Kulturhybride) ist sicher einer der schönsten Hybriden. Er besitzt drei bis fünf rosa Blüten an einem etwa 50 cm langen Stiel. Auch die Pleionen (Tibetorchideen) sind in den letzten Jahren recht populär geworden. Es gibt ca. 20 verschiedene Arten, die alle in den Bergregionen der südostasiatischen Länder, vor allem aber auch im Himalaya beheimatet sind. Im zeitigen Frühjahr bringen bei diesen Arten, die ruhenden Bulben der hier beschriebenen Pflanzen, zarte und kurz gestielte Blüten hervor. Im Sommer werden die großen und Lanzetten-artigen geformten Blätter gebildet. In dieser Zeit findet dann auch die Teilung der Bulben statt. Im Winter haben die Bulben dieser Pflanzen eine Ruhezeit und vertragen sogar auch Frost. Das Substrat sollte wie bei Sarracenia genommen werden. Pleione bulbocodioides. Sehr ähnlich wie P. limprichtii, jedoch kleinerer Unterschiede in der Form der Blüte und der Bulben. Die Frostverträglichkeit dieser Pflanze ist ähnlich wie P. Limprichtii. Pleione formosana Hybriden, (ein Kulturhybride). Eine der am leichtesten zu kultivierenden Pleionen. Er blüht mit sehr schönen zart-rosa Blüten. Pleione formosana 'Alba'. Sehr attraktive und schöne weiße Albinoform. Pleione grandiflora. Eine der sehr wenigen weiß-blühenden Arten mit gelblichen Flecken auf der Lippe. Pleione limprichtii. Die frosthärteste Art dieser Gattung, die jedoch mit etwas Geschick ganzjährig im Moorbeet gehalten werden kann. Die Pterostylis (Grünkappen) umfassen etwa 200 Arten, die von ihrem Schwerpunkt her in Australien vorkommen und oft zusammen mit Drosera wachsen. Vor allem interessant bei diesen Pflanzen ist das zentrale Blütenblatt, das sich bei Berührung bewegt und so das bestäubende Insekt einschließt. Das Insekt wird somit gezwungen, entlang des Staubblattes und der Narbe aus der Blüte zu entkommen und somit die Blüte zu bestäuben. Wie die Knollensonnentaue ziehen diese interessanten Orchideen im Sommer oft bis auf eine Knolle ein.Pterostylis nutans 'alba' x stricta, Grünkappe, (Australien). Im zeitigen Frühjahr werden bei dieser Pflanzen die interessanten kappenartigen Blüten ausgebildet.


Farne

Farne als Begleitpflanzen in der Anlage für Karnivoren

Epiphytisch wachsender  Farn auf einem Ast / Bildnachweis: Pixabay / CC0 Public Domain / User: JamesDeMers Charlottesville/USA
Epiphytisch wachsender Farn auf einem Ast / Bildnachweis: Pixabay / CC0 Public Domain / User: JamesDeMers Charlottesville/USA

Die Farne gehören zu den Blattpflanzen, sie unterscheiden sich aber von diesen vor allen Dingen dadurch, dass sie keine Blüten und Samen ausbilden. Die natürliche Vermehrung der Farne erfolgt durch Sporen. Die meisten Farne benötigen, oder besser noch gesagt, vertragen kein direktes Sonnenlicht. Die Wedel der Farne werden durch ein direktes Sonnenlicht regelrecht versengt. Die Farne sollten daher auch in den Terrarien, immer möglichst an den dunkleren und schattigeren Standorten eingesetzt werden. Gleichzeitig benötigen die Farne eine recht hohe Luftfeuchtigkeit, um ihre Wedel voll ausbilden zu können. Die Farnwedel setzten sich aus den Blattstielen und Blattspreiten zusammen. Je nach Art des Farnes gibt es dabei doch erhebliche Unterschiede in der Form und der Größe der Wedel und Blattstiele. Die Vermehrung von Farnen durch die Teilung der Rhizome ist eine recht verbreitete und auch leicht durchzuführende Variante der Vermehrung. Einige Farnarten bilden aber auch an ihren Wedeln Adventivpflanzen aus. Diese kleinen Pflänzchen lassen sich dann auch hervorragend zur Vermehrung des Farnes benutzen. In einer warmen Umgebung mit den geeigneten Lichtverhältnissen wachsen Farne ganzjährig und bilden immer neue Wedel aus. Für die meisten der gepflegten Farne ist eine mittlere Temperatur zwischen 18°C-25°C eigentlich ideal. Sollten die Temperaturen doch einmal im Extremfall unter 18°C sinken, so ist dies auch kein großes Problem. In der Regel vertragen die meisten Farne durchaus auch Temperaturen bis ca. 9°C ohne großen Schaden zu nehmen. Bis die Temperaturen dann wieder auf die normalen Werte steigen, stellen die Farne einfach das Wachstum ein und gehen in eine sogenannte Ruheperiode über. Bei Temperaturen über 22°C sollte man die Farne mindestens einmal pro Tag mit weichem und nicht kalkhaltigem Wasser ganz fein besprühen. Wichtig hierbei ist vor allem zimmerwarmes Wasser. Kaltes Wasser darf man niemals verwenden. Der Sprühnebel muss äußerst fein sein, denn gerade die großen Wassertropfen führen meistens zu Flecken oder Beschädigungen bei manchen Farnarten. Eine vor allem für Wassertropfen sehr empfindliche Farnart ist zum Beispiel Polypodium Aurea. Recht viele Farnarten gedeihen im Humus, der sich vor allem in den Astgabeln von Bäumen ansammelt, ohne jedoch mit ihren Wurzeln in die Bäume bzw. Äste einzudringen und diese zu beschädigen. Solche Farnarten gehören zur Gruppe der epiphytischen Pflanzen. Meistens vertragen die in den oberen Baumkronenbereichen der tropische Wälder wachsenden Farne auch ein etwas kräftigeres und zerstreutes Sonnenlicht. Die terrestrischen Farnarten wiederum wachsen rein auf dem Boden und sie gedeihen besonders gut in der feuchten und schattigen Atmosphäre von Wäldern. Die Farne aus solchen Habitaten, vertragen auch lichtarme und schattige Plätze im Terrarium. Alle Farne sind grundsätzlich giftige Pflanzen und sie zählen genau wie Giftbäume, Giftkräuter, Giftblumen, Giftsträucher und auch verschiedene Flechten zu den Giftpflanzen. Allerdings ist die Giftigkeit im Bezug auf Menschen und Tiere verschieden stark. Für Farne gilt immer ein feuchter bis sehr feuchter, humoser und vor allem auch saurer Bodengrund. Farne benötigen zwar viel Feuchtigkeit, aber auf Staunässe reagieren sie äußerst empfindlich. Daher ist eine ausreichend dicke Dränageschicht bei Farnen unbedingt erforderlich. Für die meisten Farne liegt der geeignete ph-Wert zwischen 5 und 6. Die Erde für die terrestrischen Farnpflanzen sollte einen hohen Gehalt an organischen Stoffen haben und vor allem sehr gut wasserdurchlässig sein. Daher ist es durchaus sinnvoll, dass man im Bereich des Bodengrundes im Karnivorenterrarium eine kleine Ecke abteilt, damit sich die Substrate nicht vermischen. Dies könnte bei manchen empfindlichen Karnivoren im Bezug auf das Substrat zu Problemen führen. Dieses Risiko hat man aber eher bei den terrestrischen Farnarten. Bei epiphytisch lebenden Farnen dürfte diese Problematik eher weniger auftauchen, da diese ja meistens auf Ästen oder Wurzeln aufgebunden werden. Aufsitzend wachsende Zimmerfarne sollte man in einem Mix aus Lauberde, Kompost, Orichdeensubstrat und Sand pflanzen oder man sollte sie als gute Alternative auf Rindenstücken oder Ästen kultivieren. Sehr gut geeignet ist auch eine Moorbeeterde mit einem pH-Wert von ca. 5. Zur Herstellung eines Substrats für Streifenfarne (pH-Wert 4,5 bis 5,5) gibt man auf 5 Anteile Torfsubstrat, 2 Anteile Komposterde, 1 Anteil Quarzsand und 0,5 Anteile Bims- Lavalit, Lavagranulat oder Kies. Alle Farne wachsen übrigens generell sehr gut auf Torf basierenden Flächen.


Tillandsien & anderen Epiphyten

Beipflanzen in der Anlage für tropische Karnivoren

Bildnachweis: Pixabay / CC0 Public Domain  / User: grafic-vision / Nicole Schüler / Schalksmühle/Deutschland
Bildnachweis: Pixabay / CC0 Public Domain / User: grafic-vision / Nicole Schüler / Schalksmühle/Deutschland

Recht einfach und nicht gerade arbeitsintensiv sind die atmosphärischen Tillandsien, die in den Anlagen oft für optimalen Schmuck sorgen. Diese werden eigentlich nur aufgebunden. Als Material zum Aufbinden der Tillansien eignen sich besonders alte Rebstöcke oder Robinie und Haselnuß. Das Problem beim Aufbinden dieser Epiphyten besteht meist nur darinnen, dass der meist dafür gebräuchliche in schmale Streifen geschnittene Perlonstrumpf die Pflanzen zu dicht an das Holz presst. Gerade aber an dieser Auflage- oder Kontaktfläche kann sich sehr schnell Fäulnis bilden, die dann letztendlich zur Zerstörung der Pflanze führt. Daher darf man niemals zu fest aufbinden und fixieren. Eine andere recht gute Möglichkeit besteht in der Benutzung von speziellem Tillandsienkleber wie z.B. „UHU POLYMAX Kleber“. Wenn man es damit etwas geschickt anstellt, so sieht eine solche aufgeklebte Tillandsie wie natürlich festgewachsen aus. Aber Vorsicht, man darf den Kleber niemals auf Stellen aufbringen, aus denen die Pflanzen Wurzeln oder Kindel treiben können. Wenn man das macht, so ist die Pflanze so gut wie sicher auf lange Sicht verloren. Am besten wählt man ein Blatt als Klebestelle aus, auf das die Tillandsie eigentlich verzichten könnte, welches aber immer noch kräftig genug ist, die Pflanze gut zu tragen. Wenn allerdings die Pflanzen nicht gut aufgebunden werden, so können sie kaum anwurzeln. Andererseits dürfen die Wurzeln aber auch keinesfalls verletzt werden. Schmale Streifen und Stücke von Damenstrümpfen sind dafür geradezu bewährt, auch bei Orchideen und anderen doch eher feuchtigkeitsliebenden Gewächsen. Schön sieht das gerade nicht unbedingt aus und die Bindestreifen müssen oft eine längere Zeit am Objekt verweilen. Bei Epiphyten kommt vor dem Befestigen auf dem Holz, zuerst eine Moos-Unterlage. Epiphythen wachsen in der Natur meistens auf Moos, vor allem gerade diejenigen Arten, welche aus den Waldgebieten mit sehr hohen Niederschlagsmengen stammen (Regenwälder, Tropenwälder). In erster Linie bewährt hat sich dafür Sphagnum-Moos als Unterlage. Sphagnum-Moos ist eigentlich überall im Blumen-Handel leicht erhältlich. Diese Zeilen beziehen sich vor allem auf die echten Epiphythenäste, wo die Pflanzen noch direkt auf dem Holz wurzeln und nicht als reiner Kompromiss mit einer Epiphythenast-Optik in der Kokosnusschale.

Tillandsia Caput medusa in meiner kleinen Anlage © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa in meiner kleinen Anlage © Thomas Kreuter

Wie das Beispiel  Foto links sowie auch die Fotos weiter unten, aus meinem Karnivoren Terrarium verdeutlichen, so können Tillandsien ohne Weiteres bei entsprechenden Haltungsparametern sehr schön ihre Blüten austreiben. Wichtig bei der Pflege sind vor allem immer die richtigen Temperaturen, die entsprechende Luftfeuchtigkeit und auch eine gute Beleuchtung. Ab und zu ein leichtes Besprühen mit feinstem zerstäubtem Nebel aus der Blumenspritze, wichtig, feinste Zerstäubungseinstellung, ist auch recht hilfreich. Bei den Tillandsien blüht jede Blattrosette allerdings nur ein einziges Mal. Bis die Blattrosette, oftmals aber erst nach Jahren abstirbt, so hat sie meist viele kleine Nebenrosetten gebildet, die dann ihren Platz einnehmen. Im zweiten Frühling oder Frühsommer, werden dann die jungen Sprossen der Tilansien ihr eigenes Blütenkapitel aufschlagen. Sollte es aber mit der Blüte trotz einem hellen und warmen Standort im Sommer, so wie etwas abgesenkten Temperaturen im Winter, mit dem Blühen trotzdem nicht so ganz klappen, so kann man sich bei Tillansien und auch Bromelien, zu denen ja die Tilansien gehören, mittels eines kleinen Tricks bedienen. Ein überreifer Apfel zum Beispiel, bringt Tillandsien zum Blühen. Man packt die Tillandsie zusammen mit einem überreifen Apfel etwa drei bis vier Tage in eine durchsichtige Plastiktüte. Das entstehende Faulgas Ethylen beschleunigt dann die Blütenbildung. Allerdings sind die Farben meist etwas kräftiger gehalten, wenn die Pflanzen ohne fremdes Zutun ihre Blüte öffnen kann.

Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, die Blüte von oben gesehen © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, die Blüte von oben gesehen © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, Betrachtungen der Blüte © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa,  ein richtig schöner Blickfang © Thomas Kreuter
Tillandsia Caput medusa, ein richtig schöner Blickfang © Thomas Kreuter


Befestigung der Tillandsien mittels Heißklebepistole

Foto einer blühenden Tillansie auf der Rückwand meines Aqua-Terrariums © Thomas Kreuter
Foto einer blühenden Tillansie auf der Rückwand meines Aqua-Terrariums © Thomas Kreuter

Die Tillansien in meiner Anlage wurden alle mit einer kleinen Heißklebepistole sehr vorsichtig auf die Rückwand, Seitenwand als auch auf die Äste aufgeklebt. Aber auch mit Aquariensilikon funktioniert das Aufkleben der Pflanzen recht gut. Es gab diesbezüglich bis heute in meinen Terrarien überhaupt keine Probleme hinsichtlich des Absterbens der Pflanzen, obwohl man sehr oft diese Meinung von vielen Tillansien - Liebhabern zu hören bekommt. Alle Tillansien sind wirklich sehr gut gediehen und wachsen sozusagen wie Unkraut. Ich habe einfach einen kräftigen Klebepunkt mittels Heißklebepistole auf die Rückwand oder auf den Ast gegeben und die Tillansien vorsichtig auf, bzw. in den Kleber gedrückt. Während der kurzen Phase in der der Heißkleber erkaltet, solle man die Pflanze möglichst ruhig in der angestrebten Endposition halten, und zwar so lange, bis der Kleber vollkommen fest ist. Das geht relativ rasch, ist also zeitlich gesehen in ca. zwei bis drei Minuten erledigt. Übrigens, man bekommt die Klebesticks oder Klebepatronen für die Heißklebepistole in vielerlei Farben zu kaufen, so dass man sich die gewünschte Farbe, recht gut passend zum Untergrund auf dem die Tillandsien befestigt werden sollen, aussuchen kann. Klebt man die Pflanzen mit Aquariensilikon fest, so sollte man die Pflanzen etwas fixieren, bis das Aquariensilikon vollkommen durchgetrocknet ist.


Tillandsien im Terrarium

An dieser Stelle noch ein paar allgemeine Informationen für Tillandsien im Terrarium

Bildquelle: Pixabay / PublicDomainPictures : User:  English / Lizenz: CC0 Public Domain
Bildquelle: Pixabay / PublicDomainPictures : User: English / Lizenz: CC0 Public Domain

Tillandsien werden sehr gerne in Terrarien eingesetzt, da sie auch meistens in der Natur in den selben Lebensräume wie viele unserer gehegten und gepflegten Echsen und Frösche wachsen. Aber wie bei denen von uns gehaltenen Tieren auch, so gibt es bei den Pflanzen die unterschiedlichsten Wachstumsbedingungen. Es gibt Tillandsien aus den feuchten warmen Regenwäldern, wo es täglich Niederschläge geben kann, bzw. die Luftfeuchte gegen 100% ansteigt. Das sind vor allem die grünen Tillandsien, meist Trichtertypen in denen auch Insekten leben und laichen. Dazu gehören unter anderem die nachfolgenden Arten:

 

achyrostachys

araujei

brachycaulos abdida

capitata

caulescens

cyanea

dyeriana

festocoides

flabellata

geminifolia

globosa

ionantha rubra

leiboldiana

orogenes

polystachia

pfisteri

tenuifolia

usneoides grün

 

sowie natürlich auch andere Trichterbromelien und besonders noch die Neoregelien Arten.

 

Die Temperaturen sollte bei diesen Arten nicht unter ca. 16°C fallen und pralle Sonne ist natürlich auch zu vermeiden. Wassergaben sind für diese Pflanzen wirklich reichlich nötig. Die Luftfeuchte sollte dauerhaft nicht unter 50-60% liegen und darf am Besten gerne eher bis zu 100% ansteigen.

 

Tillandsien für trockene Terrarien sind vor allem solche, die zum Teil in Wüstengebieten zuhause sind, bzw. vor allem in Gegenden, wo es so gut wie keinerlei Niederschläge gibt. Die Tillandsien die dort beheimatet sind, begnügen sich mit dem natürlichen frühmorgendlichen Tau, den sie mit ihren deutlich sichtbaren weiß beschuppten Blätter aufnehmen und speichern können. Zu diesen Überlebenskünstlern, welche naturgemäß eine Temperatur von ca. 5°C bis 40°C überleben können, und die auch sehr viel Licht und Sonne vertragen, gehören unter anderem die folgende Arten:

 

albida

atroviridipetala

cacticola bedeutet: “auf Kakteen wachsend”

caliginosa

crocata

disticha

duratii

harrissii

hondurensis

ionantha silber

ixioides

latifolia

magnusiana

oaxacana

paleacea

plumaosa

sphercephala

tectorum

xerographica

xiphioides

usneoides silber

 

Trotz der hohen Sonnenverträglichkeit und Toleranz dieser Arten, ist doch große Vorsicht geboten, diese im Sommer gleich einer direkten und massiven Sonneneinstrahlung auszusetzen. Wenn diese Pflanzen nicht daran gewöhnt sind, z.B. wenn sie aus Gewächshaus-Kulturen stammen, so kann es im Hochsommer zu Verbrennungen an den Pflanzen kommen. Daher sollte man diese Pflanzen niemals zu Beginn einer eventuellen beginnenden sommerlichen Freilandhaltung, einer intensiven mittäglichen Sonneneinstrahlung aussetzten.

 

Generell sind alle Tillandsien, wie auch andere Bromelien, ungiftig. Zum Besprühen und Wässern dieser Pflanzen ist Regenwasser oder destilliertes Wasser am besten geeignet. Dieses sollte bei der Verwendung aber immer Umgebungstemperatur haben. Steht einmal kein Regenwasser zur Verfügung, so muss man immer darauf achten, kalkfreies Wasser, also destilliertes Wasser oder demineralisiertes Wasser, zu benutzen. Kalkhaltiges Wasser ist generell tödlich für Tillandsien. 


Epiphyten Ast

Wie kann ich einen schönen Epiphytenast herstellen

Eine weitere recht gute Möglichkeit Epiphyten wie Tillansien, Bromelien und Farne auf Ästen anzusiedeln, besteht darin, dass man einen nicht zu dünnen schönen knorrigen und dekorativen Ast auswählt und in diesen eine wannenartige Öffung einfräßt oder schnitzt. Von unten sollte man dann noch ein nicht zu kleines Abzugsloch einbohren um Staunässe zu vermeiden. In diese nun so entstandenen kleine künstliche Öffnung können dann Epiphyten oder auch Epiphyten-Gruppen mit Sphagnum-Moos eingepflanzt werden. Dasselbe funkfioniert übrigens auch sehr gut mit epiphytisch lebenden Orchideen. Ein solcher künstlich geschaffener Epiphyten-Ast kann eine Anlage wie ein Terrarium, Paludarium oder Aqua-Terrarium wesentlich bereichern. Sehr gute und stabile Äste für ein solches Vorhaben sind vor allem die Äste von Obstgehölz, Rebholz oder dem Holz von der Korkenziehereiche. Aber auch Savannenholz, Mangrovenwurzeln oder Wurzeln der Mooreiche, wie man sie von der Aquaristik und Terraristik her kennt, sind nahezu perfekt zu verwenden.


Moose im Terrarium

Moose in der Karnivorenanlage

Moos in einem Wald in Norwegen / Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: ioa8320 / woong hoe / seoul/korea
Moos in einem Wald in Norwegen / Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: ioa8320 / woong hoe / seoul/korea

Nach heutiger Auffassung haben sich die Moose vor etwa 400 bis 450 Millionen Jahren aus Grünalgen der Gezeitenzone entwickelt. Da die Moose nicht wie die Kormophyten Wurzeln und Leitungsgewebe besitzen, so sind sie wesentlich stärker auf die ihnen zusagenden Umweltbedingungen, wie zum Beispiel eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, angewiesen. Daher ist es allgemein immer wesentlich schwieriger, Moose gezielt zu halten, als in etwa Farne oder auch Samenpflanzen. Das eigentlich, oder beste Temperaturoptimum, für das Wachstum von Moosen beträgt für die temperaten Arten im Schnitt 15°C bis 20°C, bei den tropischen Arten bis zu 25°C. Der oberste Kompensationspunkt für die Fotosynthese bei Moos liegt aber bei allen Arten zwischen 25°C und etwa 30°C. Bei langfristigen höheren Temperaturen sterben die Moose daher aufgrund des zu hohen Atmungsverlustes ab. Die Moose benötigen auch in einem Terrarium eine recht gute Lichtintensitäten für ihr Wachstum. Die epiphytischen Moose wachsen vor allem recht zahlreich in Gebieten mit sehr hohen Niederschlägen, wie zum Beispiel in den tropischen Nebelwäldern und Bergwäldern. Moose sind in der Regel fast immer recht klein und sie wachsen auch sehr langsam. Daher sind sie auch im Vergleich zu den „Höheren Pflanzen“ äußerst konkurrenzschwach. Sie weichen somit vielfach auch auf die Standorte aus, die von den „Höheren Pflanzen“ normalerweise nicht oder kaum besiedelt werden können. Dazu zählen vor allem Felsen, Steine, Rinde, auch Totholz und Blätter, als auch fast nährstoffarme Standorte, dazu auch die Waldböden an etwas dunkleren Stellen und Standorte in der unmittelbaren Gegend von Wasserfällen und Kaskaden, sowie auch offene und gestörte Standorte. Bei der Haltung im Terrarium ist somit vor allem eine gute Beleuchtung und hohe Feuchtigkeit notwendig, um auf Dauer eine schöne Moosbegrünung zu gewährleisten. Bei Moos ist insbesondere nicht immer etwa die unpassende Luftfeuchtigkeit das Hauptproblem bei der Haltung. Je nach der entsprechender Situation reicht es bei Moos nicht immer aus, eine ständige Luftfeuchtigkeit von 100% zu halten. Insbesondere gerade bei mittleren oder höheren Temperaturen und einem hohen organischen Anteil des Untergrundes, können viele Moose im Konkurrenzkampf mit eventuell auftretenden Schimmelpilzen unterliegen. Moose, da sie kaum ein Leitungsgewebe herausentwickelt haben und keinerlei Wurzeln besitzen, sind somit immer darauf angewiesen, dass sie die nötigen Nährstoffe durch Spritzwasser oder mit dem Wasser, durch die Kapillarkräfte, geliefert bekommen. Aus diesem Grund reicht es nicht immer aus die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu halten. Es muß also auch von Zeit zu Zeit einmal etwas regnen. Welche Moose man nun für die Anlage nimmt bleibt einem jeden selbst überlassen. Hier hilft in manchen Fällen nur das experimentiern weiter. Als Lebensraum spielen Moose immer eine sehr wichtige Rolle für die Kleintierwelt, als auch als Keimbett für viele Blütenpflanzen. Einige Moose bilden auch eine Symbiosen mit Cyanobakterien, wie zum Beispiel Blasia, Hornmoose und Pilzen (Mykorrhiza, bei sehr vielen Lebermoosen). Eine andere Gattung, nämlich Cryptothallus, ist obligat saprophytisch unter den Moosdecken. Einige Lebermoose wie etwa Colura zoophaga fangen in ihren Wassersäcken kleine Wimpertierchen und andere Kleinstlebewesen. Da ihnen jedoch die Verdauungsproteasen fehlen, liegt somit im wesentlichen bei ihnen keine echte Carnivorie, sondern lediglich nur eine Zoophagie vor.