Aqua-Terrarium für Kaloula pulchra

Die Einrichtung und Bepflanzung des Aqua-Terrariums für Indische Ochsenfrösche

Die Morgendämmerung im Aqua-Terrarium bricht langsam an ©Thomas Kreuter
Die Morgendämmerung im Aqua-Terrarium bricht langsam an ©Thomas Kreuter

Auf den Boden kommt als erstes eine ca. vier Zentimeter hohe Schicht Blähton. Dieser dient als Drainageschicht. Darauf legt man dann ein Hydro Fleece von Lucky Reptile um ein Vermischen des Bodengrundes mit der Drainageschicht und dem Substrat zu verhindern. Ein normales Gartenvlies aus dem Baumarkt oder Gartencenter kann aber auch gerne dafür genommen werden. Hierauf gibt man dann den eigentlichen Bodengrund. Als Bodengrund-Substrat nimmt man immer ungedüngte Blumenerde, die man auch noch etwas mit Schwarztorf und einem kleinen Teil Flusssand anreichern kann. Auch Kokosfasererde oder Kokosfasern können noch gerne beigemischt werden. Diese halten vor allem sehr gut die Feuchtigkeit. Auch spezielle Terrarienerde oder Kokosfaser Ziegeln sind ein ausgezeichnetes Material. Wer nicht mischen möchte, dem kann man auch Jungle Bedding von Lucky Reptile empfehlen. Jungle Bedding, ist eine gute spezielle Erdmischung mit Sand, speziell für den Einsatz in tropischen Terrarien hergestellt. Es ist ein recht strukturstabiles Substrat mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Der pH-Wert des Substrates von ca. 5,5 – 6,5, orientiert sich vor allem an der Laubstreu-Schicht tropischer Regenwälder. Auch etwas Spagnum-Moos sollte an einigen Stellen des Bodens vorhanden sein. Dies betrifft vor allem die Stellen, die dauerhaft etwas feuchter gehalten sein sollten. Die Höhe des eingefüllten Bodengrundes darf ruhig 15 cm - 20 cm betragen, da die Frösche sich gerne öfters eingraben. Etwas Rindenmulch, wie auch Laubstreu, sollte man auch großzügig an einigen Stellen in der Anlage verteilen. Die Rückwand und Seitenwände des Aqua-Terrariums kann man gut mit Hypertufa gestalten. Auch mittels Korkeichenrinde ist es gut möglich, eine schöne Rückwand oder Seitenwand zu erstellen, auf der später auch verschiedene Pflanzen ihren Platz finden. Als weitere Einrichtung dienen vor allem schöne Wurzeln und Wurzelstubben, Äste (z.B. Obstgehölz, Rebholz, Savannenholz, Holz von Korkenziehereiche, Mangrovenwurzeln oder Wurzeln der Mooreiche) und auch flache Steine sowie Rindenstücke. Die Tiere, obwohl laut Literatur eigentlich reine Bodenbewohner, klettern doch des öfteren und dazu auch noch recht gut. Daher nehmen sie im Aqua-Terrarium dankbar und recht oft, alle erdenklichen Klettermöglichkeiten an, inkl. der gestalteten Rückwand und Seitenwände. Daher kommen ein paar Kletteräste und Wurzeln in der Anlage den Tieren immer zugute (siehe Bilder weiter unten). Den fest eingebauten Wasserteil des Aqua-Terrariums kann man sehr gut mit Sumpfpflanzen, Mooreichenwurzeln und Steinen gestalten. Eine Wasserstandshöhe von ca. 10 cm ist durchaus ausreichend. Der Wasserteil sollte großzügig bemessen sein, also in etwa ca. 1/3 der Anlage betragen. Der Bodengrund des Wasserteils kann mit Aquarien-Kies gestaltet werden, besonders dann, wenn man ihn bepflanzen möchte. Auf einfache Ausstiegsmöglichkeiten ist zu achten. Eine Filterung des Wasserteils ist auch sinnvoll, zumal man durch einen kleinen Wasserfall das gefilterte Wasser in das Becken zurückplätschern lassen kann. Aber auch ein Quellstein kann durchaus eingesetzt werden. Die Strömung sollte allerdings nicht zu stark sein. Der Vorteil bei einem Wasserfall oder einem knapp über dem Wasser liegenden Quellstein besteht vor allem in der recht guten Erhöhung der Luftfeuchtigkeitswerte. Ein paar Schwimmpflanzen runden das Bild optisch ab. Als Pflanzen für die Anlage dienen vor allem Zierspargel (Asparagus), Keulelilie (Cordyline), Zypergras (Cyperus), Zimmerkalla (Zantedeschia), Zwergpfeffer (Peperomia), Fahnenblatt (Spathiphyllum) und weitere tropische und feuchtigkeitsliebende Arten, so wie epipytisch lebende Farne wie z.B. der Nestfarn (Asplenium nidus) und tropische Moose. Eine dichte Bepflanzung sollte gewährleistet werden. Jeden Tag morgens und abends leicht sprühen. Beim abendlichen Sprühen ist vor allem darauf zu achten, dass die Pflanzen über Nacht immer gut abtrocknen können. Übrigens, den Bodengrund im Terrarium kann man auch gerne mit etwas Rindenmulch bedecken. Rindenmulch besteht eigentlich aus zerkleinerter, unfermentierter Baumrinde und sollte für den Terrarien-Gebrauch keine weiteren Zusätze enthalten. Rindenmulch wird im Handel in verschiedenen großen Körnungen angeboten, also von sehr fein bis recht grob. Rindenmulch bildet vor allem eine sehr nützliche Schicht, in der sich vermehrt Kleinstlebewesen und Mikroorganismen ansammeln. Diese sind wichtig für den Boden, denn sie verbessern die Qualität. Es entsteht somit durch einen natürlichen Prozess Humus und die Bodenatmung verbessert sich. Auch wirkt Rindenmulch feuchtigkeitsspeichernd, wenn die Schicht etwas stärker aufgebracht wird. Rindenmulch sollte eigentlich aus zerkleinerten und unfermentierten Rindenstücken bestehen. Leider ist es gesetzlich bis jetzt noch nicht geregelt, was wirklich im Rindenmulchsack alles enthalten sein darf. Der Mulch muss nicht etwa wie angenommen nur aus Rinde bestehen, sondern es können auch komplett Fremdstoffe darinnen enthalten sein. Der Inhalt des Rindenmulch-Sackes muss lediglich etwas mit Holz und Pflanzen zu tun haben, aber ansonsten ist wirklich alles offen. Daher sollte man zuvor den Inhalt gut prüfen oder einen Fachmann zu Rate ziehen. Übrigens, die Verrottung des Rindenmulches bindet den Stickstoff im Boden. Dieser fehlt natürlich nun den Pflanzen. Wer also diesen Stickstoffverlust wegen der Pflanzen ausgleichen muss, der sollte die in Töpfen kultivierten und eingesetzten Pflanzen mit ein paar Hornspänen versorgen, um somit den Verlust an Stickstoff auszugleichen. Und jetzt noch ein kleiner Tipp zum Schluss. Wer keinen normalen Rindenmulch nehmen möchte, dem sei Novasan oder auch Dekor-Pinienrinde empfohlen. Beide sind sehr gut für das Terrarium geeignet.


Auf dem Hochsitz behält man immer den Überblick. © Th. Kreuter
Auf dem Hochsitz behält man immer den Überblick. © Th. Kreuter
Was bewegt sich denn da feines unten am Boden? © Th. Kreuter
Was bewegt sich denn da feines unten am Boden? © Th. Kreuter
Gymnastik an der Rückwand soll ja gesund sein. © Th. Kreuter
Gymnastik an der Rückwand soll ja gesund sein. © Th. Kreuter


Einer meiner drei Indischen Ochsenfrösche im Aqua-Terrarium © Thomas Kreuter
Einer meiner drei Indischen Ochsenfrösche im Aqua-Terrarium © Thomas Kreuter

Besonderes:

Das Aqua-Terrarium sollte man recht gut bepflanzen und vor allem viele Versteckmöglichkeiten bieten. Eine gute Strukturierung der Anlage ist notwendig. Gleichzeitig muss aber auch für genügend offene Stellen (Lichtungen) gesorgt werden. Der Indische Ochsenfrosch besiedelt in der Natur verschiedene, vorzugsweise aber auch offene Lebensräume, bis in Höhenlagen von 1700 m. Er ist auch ein Kulturfolger der in menschlichen Siedlungen anzutreffen ist und sogar bis in die Häuser vordringt. Als Pflanzen sollte man vor allem etwas robustere und kräftigere Arten auswählen. Diese Frösche sind zwar recht ruhige Gesellen, sieht man mal von ihrem Ruf ab, aber zarte Pflänzchen werden auf Dauer plattgedrückt. Vorzugsweise sitzen die Tiere gerne auch auf den Moospolstern in den Lichtungsbereichen des Aqua-Terrariums oder auf Wurzelstubben. Der Boden des Aqua-Terrariums muss an einigen Stellen leicht feucht gehalten sein, er darf aber keinesfalls versumpfen. Zwischen Land und Wasserteil ist darauf zu achten, dass keine Moose oder andere Pflanzen in den Wasserbereich hinein wachsen, da diese durch die Kapillarwirkung das Becken auf Dauer leeren können und somit der Landteil versumpfen kann.


Gerade in der Paarungszeit lassen die Männchen ihren an ein Ochsengebrüll erinnernden Ruf hören. Aber Achtung, denn der Ruf ist ziemlich laut! Wenn jemand seinen Frosch noch nie hat rufen hören, weil er zum Beispiel auf Nachtschicht war, keine Sorge, die Nachbarn werden es ihm schon am nächsten Morgen mitteilen, oder hören Sie doch ganz einfach mal ihren Telefonanrufbeantworter ab wenn sie nach Hause kommen.



Kleinere Umgestaltung der Anlage

Es dauert immer seine Zeit, bis die Anlage fertiggestellt ist, die Pflanzen vor allem gut und zufriedenstellend wachsen und alle Haltungsparameter für die Tiere stabil sind.

Links sehen sie ein ein paar kleine Ausschnitte aus der Anlage meiner Indischen Ochsenfrösche. Nach der entsprechenden Neueinrichtung und Gestaltung des Aqua-Terrariums, mussten erst einmal langsam alle Pflanzen wieder schön wachsen, damit der kleine Dschungel wieder entstehen und vor allem wuchern kann. Alle im Terrarium befindlichen Bodenpflanzen wurden in Blumentöpfen eingesetzt, damit sie nicht durch die Frösche ausgegraben werden können. Ausnahme bilden lediglich ein paar klein bleibende Bodendecker. Für das Pflanzenwachstum muss man viel Geduld mitbringen, denn alles braucht nun mal seine Zeit.