Allgemeines & wissenswertes über Kanivoren

Bildquelle: Venusfliegenfalle / Pixabay / Lizenz: CC0 Public Domain / User: Rainer Berns
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Als fleischfressende Pflanzen, oder besser auch unter den Begriffen Karnivoren bzw. Insektivoren bekannt, bezeichnet man generell all diejenigen Pflanzen, die mittels ihrer umgewandelten Blätter, meist Einzeller, Gliedertiere aber auch vereinzelt größere Beutetiere, bis hin zu kleinen Fröschen fangen und verdauen, um somit ihre Versorgung mit Mineralstoffen, besonders aber dem nötigen Stickstoff, an extremen Standorten wie Mooren, Sümpfen oder auch blanken Felsen zu verbessern. In der Regel besteht aber die Beute dieser Pflanzen aus kleineren Insekten, wie Mücken und Fliegen, jedoch sind aber größere Kannenpflanzen zum Beispiel Nepenthes-Arten durchaus auch in der Lage, kleinere Säugetiere zu verdauen. Reusenfallen und Moose sind wiederum eher auf Protozoen spezialisiert. Bei den Wasserschläuchen (Utricularia-Arten) bilden zusätzlich zu den Insekten, planktische Algen einen erheblichen Teil des Beutespektrums, bei den Fettkräutern sogar auch Pollen. Die Bildung von Fallen ist für die Pflanzen sehr aufwendig, da Fangblätter wesentlich schlechter zur Photosynthese geeignet sind als die normalen Laubblätter. Die Karnivoren wachsen daher in der Regel doch sehr langsam. An den nährstoffreichen Standorten, an denen auch andere Pflanzenarten gedeihen, werden sie häufig durch das schnellere Wachstum dieser Konkurrenten verdrängt. Daher sind Karnivoren im wesentlichen nur dort konkurrenzfähig, wo die anderen Pflanzen, durch Mangel an Nährstoffen, nicht oder kaum noch wachsen können. Solche nährstoffarmen Standorte und Bereiche sind vor allem die Moore, Sümpfe, tropische Regenwälder, auch tropische Tafelberge, Sand oder auch blanke Felsen. Auch muss für diese Pflanzen eine ausreichende Versorgung mit viel Licht und Wasser gewährleistet sein, damit ihre Fangblätter ausreichend Photosynthese zur Energiegewinnung betreiben können. Karnivore Pflanzen kommen aus diesem Grund fast ausnahmslos an wirklich vollsonnigen oder zumindest sehr hellen Standorten in der Natur vor. Die meisten Karnivoren-Arten wachsen sehr gerne auf feuchten Böden, während manche Arten auch ihren Wasserbedarf aus Nebel oder Tau decken können. Die Mehrzahl dieser Pflanzen-Arten benötigen zusätzlich noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, in der Regel von über 70%. Da die fleischfressende Pflanzen einen großen Teil ihres Nährstoff-Bedarfs über ihre Fangblätter, und nicht etwa über ihre Wurzeln decken, so verwundert es nicht, dass die Wurzeln oft nur recht spärlich ausgebildet und sehr widerstandsfähig gegen recht ungünstige Bodenbedingungen sind. So tolerieren manche der Karnivoren-Arten auch Sauerstoffmangel, wie zum Beispiel der Sonnentau (Drosera), die Fettkräuter (Pinguicula) und weitere viele andere Arten die auf Moorböden heimisch sind. Grundsätzlich aber sind die Karnivoren auf allen Kontinenten, allerdings mit Ausnahme der Antarktis, weltweit vertreten. Durch ihre doch recht besonderen Standortansprüche, kommen die Karnivoren jedoch besonders artenreich in den Mooren der warm-gemäßigten Zone, sowie in den tropischen Hochgebirgen, vor. In den tropischen Regenwäldern sind allerdings nur recht wenige Arten zu finden, da es dort meist für die Lebensbedingungen der Karnivoren zu dunkel ist. Die Trockengebiete der Erde werden in aller Regel ebenfalls gemieden, lediglich bekannt sind einige Ausnahmen wie Drosophyllum lusitanicum und weitere Arten, die die die Trockenzeiten unterirdisch überdauern, hierbei zum Beispiel genannt sei die australische Knollendrosera. Mittel- und Nordeuropa, also in unserem kühl- und kalt-gemäßigten Klima, beherbergt im Vergleich zu den wärmeren Klimazonen der Erde, eher wenige Arten. Im gesamten deutschsprachigen Raum sind in etwa 16 Arten von Karnivoren vertreten. Man unterscheidet bei den fleischfressenden Pflanzen insgesamt fünf verschiedene Fallen-Typen. Je nach den Fähigkeiten zur aktiven Bewegung im Zusammenhang mit dem Beutefang oder dem Verdauen der Beute, lassen sich diese Arten auch zusätzlich noch als aktiv oder passiv beschreiben.