Allgemeine Informationen zu Pflanzen

Hier finden Sie noch einige interessante Zusatzinformationen über Karnivoren und andere Pflanzen, sowie auch Besonderheiten aus dem Reich der Botanik.


Manche Utricularia & Pinguicula Arten sind Gemischtköstler

Bildquelle: Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Foto H. Zell
Bildquelle: Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Foto H. Zell

Durch neuere wissenschaftliche Untersuchungen des Nahrungsspektrums von drei rein aquatisch lebenden Wasserschlauch-Arten fand man heraus, dass die tierische Nahrung nur einen recht kleinen Teil (ca. 10 %) der "Beute" ausmachte. Tatsächlich aber fingen zumindest die rein aquatisch lebenden Utricularia-Arten mehrheitlich Algen und Pollen (ca. 50 Prozent Algen und 33 Prozent Pollen), die entsprechend verwertet wurden. Die Fallen schienen dabei auch selbst auszulösen, besonders dann, wenn sie längere Zeit nicht gereizt wurden. Der Saugmechanismus der Fallen muss daher bei diesen Arten nicht unbedingt durch die Bewegungen von Tieren ausgelöst werden. Somit ziehen diese Pflanzen auch ihren Nutzen aus den unbeweglichen Algen und Pollen. Natürlich brauchen diese Pflanzen auch die tierische Nahrung, scheinen aber eher von der Gemischkost ihre Vorteile zu ziehen. Da diese Pflanzen offensichtlich Organismen jeglicher Art fangen und verwerten können, so können sie auch sehr gut die Gewässer besiedeln, in denen Tiere sehr selten sind. Diese Untersuchungen bezogen sich allerdings nur auf die drei aquatischen Arten, Utricularia vulgaris, Utricularia Australis und Utricularia Minor. Auch einige wenige Pinguicula-Arten nehmen neben Insekten auch gerne Pollen als Nahrung auf. So haben zum Beispiel im Jahre 1968 Harder und Zemlin nachgewiesen, dass bei Pinguicula vulgaris über 50% der aufgenommenen Proteine aus Pollen stammten.


Spezialisten im Tierreich

Zusammenleben von Tieren und Karnivoren

- Camponotus schmitzi - Symbiose mit Nepenthes bicalcarata -


Auch für viele Tier sind die Karnivoren ein kleiner Wohnraum. So nutzt zum Beispiel Leptopelis spec. gerne die Schlauchfallen der Schlauchpflanze als Verteck. Auch die Krabbenspinne (Thomisus nepentiphilus) ist auf die Nephentes-Arten angewiesen, in dem sie in den Fallen auf die Beute lauert. Selbst Misumenops nepenthicola aus Süd-Ost-Asien nutzt die Fallen der Nephentes als Beutefang. Sie taucht in den Fallen ein, um sich Beute herauszufischen. Mehrer Arten von Cyrtopeltis spec. (Weichwanzen) besiedeln in Australien den Sonnentau und ernähren sich von den von der Pflanze gefangenen Insekten. Auch Camponotus schmitzi, eine tropische Ameisenart, lebt in einer sehr  engen Beziehungen zu den Kannenpflanzen der Gattung Nepenthes, vor allem aber bevorzugt in den Kannen der N. Bicalcarata. Sie nistet in den hohlen Stängeln der kannenförmigen Blätter und ernährt sich zu einem Teil von dem Nektar, den die Kannen am oberen Rand ausscheiden, der eigentlich dafür gedacht ist, Insekten anzulocken. Camponotus schmitzi hat sich vor allem aber darauf spezialisiert, in die Verdauungsflüssigkeit die in den Kannen enthalten ist, zu tauchen und dort die eigentliche „Beute“ der Pflanze, herauszuholen. Camponotus schmitzi lebt also somit in Symbiose mit der Kannenpflanze, das heißt also, die Pflanze profitiert ebenfalls von dem Zusammenleben. Camponotus schmitzi hält somit schädliche Insekten von der Pflanze fern und schützt die Pflanze auch vor Fäulnis.


Kommunizierende Pflanzen

Die chemische Selbstverteidigung von Pflanzen in der Natur

Drosera capensis / Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: nachar na char / Dachau/Deutschland
Drosera capensis / Bildquelle: Pixabay / CC0 Public Domain / User: nachar na char / Dachau/Deutschland

Pflanzen haben nicht nur sich selbst sehr vieles zu sagen, sondern sie erzählen auch sehr viel den Tieren. Sie locken in der Natur durch ihre meist sehr auffällig gefärbten Blüten, durch verschiedenartigste bunte Blütenfarben, durch spezielle Farbmuster und auch durch chemische Lockstoffe. Auch die "botanische Selbstverteidigung" kommt bei ihnen zum Zuge. Pflanzen sind durchaus auch in der Lage, verschiedene chemische Substanzen zu entwickeln, die zum Beispiel auch die Weiterentwicklung gefräßiger Larven zum Insekt, verhindern. Auch unter der Erde, im Wurzelbereich der Pflanzen, tobt regelrecht ein Krieg auf chemischer Basis, um vor allem nicht gewünschte oder auch unliebsame Nachbarn fern zu halten oder zu vertreiben und sich somit mehr Platz und daraus natürlich auch Vorteile zu verschaffen. Auch können Pflanzen Hilfe-Signale in Form von chemischen Botenstoffen aussenden, wenn sie z.B. angegriffen werden. Damit werden dann die natürlichen Feinde des Angreifers herbeigerufen, wie es zum Beispiel gerade bei Mais-Pflanzen oft der Fall ist. Hierbei sind es gerade die parasitären Schlupfwespen (Schlupfwespen-Ichneumonidae), die ihre Eier in die Raupen von Schmetterlingen legen, die die Mais-Pflanzen befallen haben. Andere chemische Botenstoffe wiederum, die von den Pflanzen abgegeben werden, signalisieren ihren Kollegen sehr schnell eine Gefahr, worauf diese insofern gleich reagieren, indem sie doch recht zügig Bitterstoffe, sogenannte Tannine (Gerbstoffe), einlagern um für die Fress-Feinde ungenießbar zu werden. Innerhalb weniger Minuten, können so die Blätter der Pflanzen in einem bestimmen Umfeld, bitter oder sogar auch giftig werden. Somit können sich auch die Pflanzen vor dem Gefressen werden schützen.